Passion for Planet

Engagierte Doku über die gefährdete Schönheit unseres Planeten

Wer sich als Naturfilmer verdingt, wird im Angesicht der fortschreitenden Verheerung des Planeten und seiner hilfloseren Bewohner nicht umhin kommen, sich auch naturpolitisch zu betätigen. Menschen, die stundenlang in einem Flussdelta ausharren, um etwa die Kapriolen possierlicher Seeotter abzulichten, wird das Schicksal dieser immer wieder bedrohten Tierart fast schon notwendig etwas angehen.

So kann es nicht überraschen, dass die Protagonisten des Films ‚Passion for Planet‘ mehr sind als bloße Dokumentarfilmer, nämlich passionierte Umweltaktivisten, die nach Möglichkeit nicht nur abbilden, sondern auch eingreifend in Aktion treten.

Der Film begleitet mehrere der besten Naturfilmer überall auf der Welt bei ihrer Arbeit. Und selbstredend avanciert ein Film über Naturfilmer seinerseits zum Naturfilm. Riesenschildkröten in Indien, Tigerhaie im Pazifik, Seeadler in Mecklenburg Vorpommern: ‚Passion for Planet‘ zeigt einige der eindrucksvollsten Kreationen des Lebens und deren permanente Bedrohung durch den in seiner raubbauenden Verwertungslogik verharrenden spätkapitalistischen Menschen.

Sympathisch ist, dass die Akteure auch zur Selbstironie in der Lage sind. Das Tierfilmerpärchen, dem die seltene Schlange im Gehölz partout nicht begegnen will, importiert sie zuletzt aus dem Terrarium in die Landschaft und flaxt dann über den faulen Zauber des eigenen Gewerbes. Nicht alles läuft nach Plan in der Natur. Manchmal muss der Mensch eben nachhelfen. Dass ‚Passion for Planet‘ die kleine Unehrlichkeit im Dienst der guten Sache nicht verschleiert, macht den Film seinerseits zu einem ehrlichen und sehenswerten Dokument.

Christoph David Piorkowski

‚Passion for Planet‘; D 2015; Regie: Werner Schuessler; Darsteller: Jan Haft, Rob Stewart, Rita Banerji; 98 Minuten; Kinostart: 28. 1. 2016

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