Lama, Times Square, New York City, 1957 (Detail) © Magnum Photos/Inge Morath Foundation/Fotohof archiv Lama, Times Square, New York City, 1957 (Detail) © Magnum Photos/Inge Morath Foundation/Fotohof archiv

Magnum-Fotografin Inge Morath

Das Verborgene Museum

Das Verborgene Museum widmet sich in Zusammenarbeit mit dem FOTOHOF archiv Salzburg dem Werk der Magnum-Fotografin Inge Morath (1923-2002). Mit einer Auswahl ihrer Künstlerbildnisse und Reisefotografien u.a. aus Europa, China, Russland, dem Iran und USA begibt sich die Ausstellung vom 26. April bis 26. August 2018 auf die Spuren der Fotografin. Ihre Arbeiten waren
in der ganzen Welt zu sehen, im fotografischen Gedächtnis sind sie jedoch nicht so präsent, wie sie es verdienen. Aufnahmen vom Atelier und Umfeld der Fotografin, die der österreichische Fotograf Kurt Kaindl gemacht hat, ergänzen die Ausstellung.

Die 1923 in Graz geborene Inge Morath, als junge Frau eher den Sprachen und dem Journalismus verpflichtet, kam durch Anregung von Robert Capa, Gründer der Fotografen-Agentur Magnum, zur Fotografie. Nach „Reichsarbeitsdienst“, Studium der Romanistik in Berlin und dort Dienstverpflichtung in der Rüstungsindustrie, begann sie ihre Berufstätigkeit als Redakteurin in Wien. Die gemeinsam mit dem Fotografen Ernst Haas entstandene Reportage über Kriegsheimkehrer erregte 1949 die Aufmerksamkeit von Robert Capa.

Zunächst als Redakteurin für Magnum tätig, begann sie auch zu fotografieren. Im Januar 1954 wurde sie zu einer ersten ausgedehnten Reportage-Reise nach Spanien geschickt; ein nächster Auftrag führte sie nach London. Aufträge aus der Filmindustrie brachten sie zusammen mit Henri Cartier Bresson in die USA, wo sie u.a. 1960 am Set des Films „Misfits – Nicht gesellschaftsfähig“ fotografierte. Das Drehbuch stammte von ihrem späteren Ehemann Arthur Miller, die Hauptrolle hatte Marilyn Monroe.

Immer mit zwei Leica-Kameras für Schwarz-Weiß- und Farb-Aufnahmen, einem Bildsucher und mehreren Linsen ausgerüstet, hatte sie ihre eiserne Regel aufgestellt, alle Erlebnisse auch in ausführlichen, schriftlichen Aufzeichnungen festzuhalten. 1962 heiratete sie den Schriftsteller Arthur Miller; die gemeinsamen Reisen, mehrfach in die Sowjetunion, nach China und Kambodscha, fanden häufig ihr Ergebnis in Reise-Bildbänden, die die Nachfrage nach fernen Landschaften und fremden Gesichter stillten.

Inge Morath war eine Dokumentaristin des alltäglichen Lebens, eine stille Beobachterin, die fremde Kulturen, Menschen und Orte in „sentimentaler Zärtlichkeit“ (Arthur Miller) zeigte. Neben ihren Arbeiten und denen Kurt Kaindls, ist in der Ausstellung auch der Dokumentarfilm „Copyright by Inge Morath“ zu sehen, den die Filmemacherin Sabine Eckhard 1991 in enger Zusammenarbeit mit der Fotografin konzipiert und gedreht hat.


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Veranstaltungsdaten:
15.06.2018 – 26.08.2018

Schlüterstraße 70
10625 Berlin

Telefon

  • (030) 313 36 56

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