Das Projekt „Werk Stoff Gropiusstadt“ sieht die Gropiusstadt ab 31.8. als Experimentierfeld und Zukunftslabor. Foto: © Ralf Deves

Werk Stoff Gropiusstadt

Ausstellungsprojekt bis 30.11. in der Gropiusstadt

Anlässlich des 100. Bauhaus-Jubiläums sucht die Gropiusstadt im Süden von Berlin-Neukölln nach den Spuren von Walter Gropius. In einer Jubiläumswoche wird der Philosophie des Bauhauses nachgegangen – in der letzten vom Bauhaus-Gründer geplanten Großsiedlung. Das Projekt „Werk Stoff Gropiusstadt“ sieht die Gropiusstadt als Experimentierfeld und Zukunftslabor und nimmt modellhaft neue Perspektiven auf den Stadtteil und das dortige Zusammenleben ein.

Das von BRAND (Verein für theatrale Feldforschung e.V.) gestaltete Programm untersucht die heutige Bedeutung des Bauhauses in fünf Teilprojekten: einer Ausstellung im Foyer des Gemeinschaftshauses Gropiusstadt, einem Performance-Parcours, den Bauhaus-Werkstätten, einer Lichtinstallation sowie der partizipativen Aktion „Europa Zweitausendeinhundert“.

Die Ausstellung der zeitgenössischen künstlerischen Positionen von Matthias Beckmann, Ingo Gerken, Kathrin Glanz, Nikolaus Schroth, Ulrich Vogl u.a. versprechen Entdeckungen zu Spuren des Bauhauses in der Gropiusstadt ebenso wie zu Potenzialen und Wirkungskraft der Bauhausideen und -prinzipien heute. Die Ausstellung entwickelt sich bis zum 30.11.2019 stetig weiter.

Die Gropiusstadt ist deutschlandweit und international als Inbegriff der Trabantenstadt bekannt. Zu ihrem zweifelhaften Ruhm kam sie nicht zuletzt durch Christiane F. und ihre Beschreibungen der sozialen Problemlagen in „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“. Bis heute besteht das schlechte Image der Gropiusstadt fort – obwohl dort ein reges nachbarschaftliches Miteinander in erstaunlich grüner Umgebung besteht.

Walter Gropius, Gründer des Bauhauses, wurde in den 1950er Jahren mit der Planung der Großsiedlung Berlin Britz-Buckow-Rudow beauftragt. Die unterschiedlichen Zielvorstellungen der am Projekt Beteiligten verhinderten allerdings die ursprünglich geplante Umsetzung als „Gesamtkunstwerk“ und ließen das Projekt nach Meinung vieler Experten letztlich scheitern. Dennoch haben Walter Gropius und der Geist des Bauhauses hier eindeutige Spuren hinterlassen.

Programm:

Pure Light B – Lichtskulpturen von Martin Beeretz (31.8. und 1.9., ab 22 Uhr):
Die Lichtskulpturen von Martin Beeretz übertragen die Bauhauslehren zum Thema Licht auf die Architektur der Siedlung und verwandeln wichtige Gebäude der Gropiusstadt in lebendige Licht-Schatten-Modulatoren: von Spektralfarben am IDEAL-Hochhaus über Lichtwellen am Walther-May-Weg 10 bis hin zu einem Spiegelraum im degewo-Hochhaus.

Performance-Parcours: Bau! Haus! Wem? (31.8., 1.9. und 5. bis 7.9., 16-21 Uhr):
Der Performance-Parcours schickt das Publikum in Kleingruppen auf eine kurzweilige, partizipative Erkundung der Gropiusstadt. Die Frage nach dem Wesen der Siedlung reicht nicht nur in ihre Anfangszeit zurück, sondern führt auch in die Zeit, als Walter Gropius das Bauhaus gründete.

Bauhauswerkstätten (31.8. bis 7.9., 12-18 Uhr):
Im Jubiläums-Pavillon im Park am Brunnen in der Lipschitzallee gibt es viele Bauhauswerkstätten, die Anwohnern und Interessierten eine direkte Erfahrung mit den gestalterischen Prinzipien des Bauhauses ermöglichen. Von Druckwerkstätten über Bauhaus-Schach bis hin zur Bauhausmusik gibt es viele Angebote zum Gestalten, Forschen und Erleben für Groß und Klein.

Führung: Spuren in der Gropiusstadt (2. und 3.9., 16-18 Uhr):
Die Kunsthistorikerin und Kuratorin Bettina Güldner begibt sich mit bis zu 20 Interessierten auf eine Entdeckungsreise durch die Bauhausgeschichten der Gropiusstadt. Vom stadtplanerischen Entwurf bis zum Kulturdenkmal Walter Gropiusschule.

Europa Zweitausendeinhundert – Nicht jetzt aber bald (6. und 7.9., 16-19 Uhr):
Wie wünschen Sie sich das Leben und Wohnen in Europa im Jahr 2100? Im Park an der Lipschitzallee werden Anwohner und Passanten von der Künstlerin Katrin Glanz aufgerufen, sich zu diesem Thema zu äußern. Bereit steht eine kleine Bühne mit einem Megaphon zum spontanen Hineinsprechen.


Eintritt: frei.

Weitere Informationen zum Programm finden Sie hier.

Veranstaltungsdaten:
31.08.2019 - 30.11.2019

Bat-Yam-Platz 1
12353 Berlin [ Neukölln ]

Telefon

  • (030) 9 02 39 14 13

Webseite

Beschreibung

Geöffnet: Di. bis Sa., 10-21 Uhr.

U Lipschitzallee
Bus: M11, 172, 373