Hier ist das Mural '!' von Jadore Tong zu sehen. © Pavel Nekoranec on Unsplash (www.unsplash.com - Ausschnitt)

Eine Stadttour der Berliner Art

Mit der Streetart-Map Berlin

Berlin ist der Hotspot der deutschen Kunst & Kreativszene! Die UNESCO prämierte Museumsinsel ist weltbekannt und auch viele weitere Museen genießen international einen exzellenten Ruf.

Doch Berlin wäre nicht Berlin, wenn nicht auch etwas Unkonventionelles- etwas Verrücktes beim Abbiegen um die nächste Ecke auf uns warten würde! Dem ein oder anderen Einheimischen mag es schon bei Streifzügen durch die City aufgefallen sein: Einige Berliner Häuser, Mauern usw. sind mit großflächigen und vorallem großartigen Kunstwerken geschmückt. Streetart-Künstler aus aller Welt, aber auch Berliner Szene-Künstler haben sich an Hauswänden verewigt und überlebensgroße Murals als Wandbilder gestaltet.


So vielfältig wie die Berliner Szene, so vielfältig sind die Bilder und die Themen. Das Bild „Butterfly“ von Michelle Tombolini in der Nähe des U-Bahnhofs Samariterstraße ist ein Mahnmal gegen die Kinderpornografie. Ricky Lee Gordon will mit „Die Sonne wird im Ozean versinken“ in der Landsberger Allee auf den Widerstand der Natur gegen Zerstörung aufmerksam machen. Mit „No Future“ in der Nähe der Bülowstraße setzt Shepard Fairey ein Zeichen gegen Sexismus.

Um diese nicht mehr mühsam suchen zu müssen, hat die NeoAvantgarde, ein Onlinemagazin, das sich mit Themen der digitalen Kunst und Kultur beschäftigt, sich etwas Neues einfallen lassen und die Streetart-Map entwickelt. Die Nutzung der Karte und die Besichtigung der Wandbilder sind kostenlos. Perfekt geeignet um die schönsten Kieze in Berlin entdecken, die Sonne zu genießen und Bilder zu betrachten, ohne Eintritt zu bezahlen oder Schlange zu stehen.

Die Karte ist bestens geeignet um als Einheimische/r Berlin noch ein Stückchen besser kennenzulernen oder einfach mal aus dem Alltag auszubrechen und neue Wege einzuschlagen. Darüber hinaus kann man bei seinem Berlin-Besuch mit so einer außergewöhnlichen Stadttour natürlich punkten – aber auch Touristen finden sich mit der Streetart-Map schnell und einfach in der Großstadt auf eigene Faust zurecht!

Die Streetart-Map Berlin zeigt 46 ausgewählte Murals – über die ganze Stadt verteilt. Klingt nach komplizierten Strecken und viel Umsteigerei in die verschiedensten öffentlichen Verkehrsmittel? Das muss nicht sein! Denn es gibt 4 Routen, auf denen jeweils alle Bilder mithilfe einer einzigen U- oder S-Bahnlinie zu erreichen sind.


Im Folgenden stellen wir Ihnen die Routen vor:

U1-Route:

Eine Vielzahl an Streetart bietet die U1-Route im Herzen der Hauptstadt, die vom Kurfürstendamm über den Nollendorfplatz und das Hallesche Tor bis zum Ostkreuz führt. Gleich 14 Murals befinden sich auf dieser Strecke. Einen Bummel am Kurfürstendamm oder eine Verschnaufpause im Gleisdreieckpark kann so mit einer Besichtigung der Berlin Murals perfekt kombiniert werden.

U8-Route:

Die U8-Route führt von Nord nach Süd. Sie beginnt im Norden in Wittenau, führt über Reinickendorf und den Alexanderplatz und endet in der Hermannstraße. Hier bietet es sich -gerade als Tourist- an, beim Alexanderplatz mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten einen Zwischenstopp einzulegen. Sightseeing kann so mit einer Entdeckungstour von Berliner Streetart ganz einfach verbunden werden. Auf der Strecke befinden sich 11 Murals. Eine Besichtigung dieser Wandbilder ist auch gut mit einem Schwimmbadbesuch im Paracelsusbad oder einem Spaziergang am malerischen Landwehrkanal vereinbar.

Stadtbahn-Route:

Quer durch Berlin an der Spree entlang führt die Stadtbahn-Route, auf der viele Urban Art Objekte besichtigt werden können. Die Route führt von Westkreuz über Charlottenburg, Tiergarten und die Friedrichstraße bis zum Ostkreuz. So gelingt es neben der Besichtigung von Streetart-Bildern bei den schönsten Plätzen Berlins innezuhalten. Hier bietet sich ein Besuch im Zoologischen Garten oder am Brandenburger Tor an und ein Spaziergang über die geschichtsträchtige Oberbaumbrücke lässt sich ebenfalls super kombinieren.

Tegel-Route:

Etwas abseits vom Berliner Geschehen, ganz im Norden von Berlin, befindet sich die Tegel-Route. Dort, wo sich die Streetart-Objekte befinden, beginnt die U-Bahn-Linie U6. Die sechs beeindruckenden Murals liegen dicht beieinander in einem Tegeler Wohngebiet. Wenn auch nicht im Herzen der City, so ist der Weg nach Tegel trotzdem eine Reise wert, denn der Tegeler See direkt um die Ecke lädt mit seiner bezaubernden Promenade zum Verweilen ein.


Das Beste kommt zum Schluss: Die Benutzung der interaktiven Streetart-Map ist kinderleicht!

Um zu erfahren, mit welcher U- oder S-Bahn-Linie man ein bestimmtes Wandbild erreicht und wo es sich genau befindet, müssen Sie lediglich auf ein Icon klicken. Mit dem Klick ist bereits ein Foto vom Kunstwerk zu sehen und es gibt Hintergrundwissen zum Künstler zum nachlesen.

Bitte klicken sie HIER, um zur Streetart-Map Berlin zu gelangen.

 

Screenshot der Streetart-Map Berlin. © www.defshop.com

 



Geschichte der Urban Art

In den letzten zwei Jahrzehnten wurde die Bedeutung und Anerkennung der Urban Art Bewegung weltweit immer sichtbarer. Der Begriff Urban Art wurde in den 90er Jahren im Bereich Graffiti sporadisch verwendet und versucht heute verschiedene Kunstformen im öffentlichen Raum zu vereinen, ob skulpturale, konzeptionelle Interventionen im urbanen Raum, Wandmalereien (Muralism), Street Art oder Graffiti Writing.

Urban Art greift im urbanen Raum einer Stadt ein, wirkt an der Stadtgestaltung mit, ist Kommunikationsmittel zwischen Bürger/innen und Besucher/innen der Stadt und steht in Wechselwirkung mit deren schnelllebigen Leben und Wandel. Sie ist eine Form der Kommunikation und Vermittlung von künstlerischen Positionen für jeden. Sie überrascht, regt an, verschönert, verstört oder verärgert, auf jeden Fall ist sie lebendig und lässt niemanden gleichgültig.

Die gemeinsame globale bildnerische Sprache, die viele Künstler/innen teilen, ist länder-, kultur- und generationsübergreifend. Somit kann urbane Kunst, über die bildende Kunst hinaus, ein wichtiges Medium für Bildung, Erziehung und Vermittlung sein.

In vielen Ländern unterstützen mittlerweile große Institutionen Urban Art Projekte, bedeutende Museen und Galerien zeigen Ausstellungen und präsentieren Urban Art Künstler/innen, Publikationen erscheinen, Städte laden zu Festivals ein, Biennalen und Messen finden statt.

Berlin spielt eine bedeutende Rolle für diese Kunstbewegung. Schon lange gilt sie der internationalen Szene als Mekka, in welcher Graffiti ab den 1970er Jahren zum Teil des Stadtbildes wurde und auch viele Giebel-und Fassadenmalereien entstanden. Im geteilten Berlin wurde die Mauer zum größten Graffito der Welt. Es wurde gesprüht und gemalt, und im damaligen West-Berlin verbreitete sich Graffiti Writing in den 1980er Jahren rapide durch die aus USA stammende Hip Hop Bewegung.

Im Zuge der Wiedervereinigung breitete es sich auch Ost-Berlin aus und es gab einen wahrhaftigen Graffiti-Boom. Ab Mitte der 90er Jahren eroberten zunehmend bildende Künstler/innen den Stadtraum mit neuen Überraschungen und ab etwa 2000 hinterließen Street Art Künstler/innen mit neuen Bildsprachen und Techniken ihre Spuren im urbanen Raum. Die Bewegung entwickelte sich zu einem wahren weltweiten Phänomen.


Veranstaltungsdaten:
05.09.2018 - 31.12.2018