Am 8.3. vertont Graf v. Bothmer den Science-Fiction-Film "Die Reise zum Mond" des französischen Filmpioniers Georges Méliès aus dem Jahr 1902. © Birgit Meixner/Deutsche Kinemathek

Stummfilmkonzerte: Sounds in Space

Vom 18.1. bis 15.3. in der Passionskirche

Bei insgesamt 21 Konzerten begeistert der Komponist und Pianist Stephan Graf v. Bothmer Filmbegeisterte und Musikliebhaber*innen wieder mit dem StummfilmKonzerte-Festival. Zum Jubiläumsjahr der Mondlandung ist einer der Festival-Schwerpunkte dem Thema Raumfahrt und Science-Fiction gewidmet. Des Weiteren finden sich Komödien wie „Die kleinen Strolche“ von Hal Roach und Klassiker des Stummfilms im Programm. Von Bothmer geht aber auch neue Wege, löst sich vom Stummfilm und vertont beispielsweise live-synchron Pantomime oder Space Visuals.

Den Auftakt der 9 Konzerte zum Thema Science-Fiction- und Space-Film macht der Science-Fiction-Film Algol. Tragödie der Macht von Hans Werckmeister aus dem Jahr 1920 mit Emil Jannings in der Hauptrolle. Dieser bringt als Grubenarbeiter dank einer außerirdischen Energiequelle die ganze Welt unter seine Kontrolle. Fritz Langs Frau im Mond (1929) ist in der zweieinhalbstündigen, rekonstruierten Fassung mit brillanter Bildqualität im Programm. Als wissenschaftliche Berater engagierte Lang damals die Physiker Hermann Oberth und Willy Ley, die die wissenschaftlichen Grundlagen für die Konstruktion von Raketen, für Weltraumfahrt und Weltraummedizin legten. Für den Start der Mondrakete erfand der Regisseur übrigens extra den Countdown.

Basierend auf den Visionen von Jules Vernes entstand Reise zum Mond (Georges Méliès, 1902, Frankreich), der zusammen mit weiteren Kurzfilmen des Regisseurs gezeigt wird. Der Dokumentarfilm Wunder der Schöpfung von Hanns Walter Kornblum versucht 1925 – einer Planetariums-Show ähnlich – sämtliches Wissen über Erde und Weltraum darzustellen und überrascht mit einer ersten Visualisierung von Einsteins Relativitätstheorie. Den Schlussakkord des Festivals setzt der sowjetische Stummfilm Aëlita. Der Flug zum Mars von Jakow Alexandrowitsch Protasanow aus dem Jahr 1924. Der Science-Fiction-Klassiker hat das Genre in Film und Theater wesentlich geprägt und seine ungewöhnlichen, futuristischen Dekors im Stile des deutschen Filmexpressionismus faszinieren bis heute.

Jenseits des Stummfilms musiziert Graf v. Bothmer live u.a. zu einem eigens dafür entwickelten Pantomime-Programm der Marcel Marceau-Schüler Bodecker & Neander, verbindet eine Sammlung von Georges Méliès-Kurzfilmen mit einer übergreifenden Film-Sinfonie, begleitet NASA-Weltraumaufnahmen mit psychedelischen Sounds an der Kirchenorgel, entfacht mit der Piano Space Rhapsody zu Projektionen ein Feuerwerk im Kopf und lüftet in einer Infotainment-Show die Geheimnisse der Filmmusik. Auch Metropolis, der Stummfilm-Klassiker von Fritz Lang als Show mit Pyro-Effekten ist wieder im Programm, ebenso Nosferatu – Eine Sinfonie des Grauens mit Chor und dem Berliner Live-Filmusic-Orchestra.


Eintritt: von € 10,50 bis € 32,-

Tickets und das gesamte Programm finden Sie unter: www.stummfilmkonzerte.de

Veranstaltungsdaten:
18.01.2019 - 15.03.2019

Marheinekeplatz 1
10961 Berlin

Telefon

  • 030-69 40 12 41

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Bus: 140, 248

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