Foto: Neuköllner Oper

Stella

Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm

Stella Goldschlag hatte alles, was zu einer großen Karriere im 20. Jahrhundert nötig war: Eine blendende Erscheinung, das nötige Talent und Tatkraft, sowie das gewisse Maß an Rücksichtslosigkeit, das den wirklichen Star ausmacht. Aber Stella Goldschlag war Jüdin. Und schlimmer noch: Sie maßte sich an, keine Jüdin sein zu wollen. Schließlich erfüllt sich Stellas Wunsch nach Berühmtheit auf denkbar schrecklichste Weise.

Stella ist 20, als Hitler anordnet, Berlin endgültig „judenrein“ zu machen. Stella ist blond und jung und schön, und sie möchte Sängern werden, drüben in Amerika. Oder Filmstar, wie Marlene Dietrich. Aber Familie Goldschlag hat kein Visum bekommen. Statt dem Traum von der großen Karriere bekommt Stella einen gelben Stern. Stella hasst diesen Stern ebenso, wie sie es hasst eine Jüdin zu sein. Und schließlich geht Stella in den Untergrund. Wie 8.000 weitere verzweifelte Berliner Juden auch.

Stella ist 35, als sie in der jungen Bundesrepublik vor Gericht steht, wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit. Mehr als 300 untergetauchte Menschen soll sie im Dienste der Gestapo aufgespürt und damit in den sicheren Tod geschickt haben. Die deutsche Öffentlichkeit überschlägt sich in Empörung über diese „volksverräterische Volljüdin“, die ihre eigenen Glaubensgenossen den Nazis ans Messer lieferte. Aber keiner weiß, was damals wirklich geschah. Und Stella schweigt…

Ganz Berlin kennt die tüchtigste Greiferin der Gestapo, das berüchtigte „blonde Gespenst vom Kurfürstendamm“. Stella Goldschlags Biographie ist eine sehr deutsche Karriere. Und so ist Stella auch ein sehr deutsches Stück Musiktheater geworden, das sich lustvoll böse aus unserer musikalischen Vergangenheit bedient. Von der Spätromantik bis zum Chanson, von der klassischen Moderne bis zum Dreißiger-Jahre-Schlager spannt sich der Soundtrack dieses UFA-Films, der nie gedreht wurde.

Mit einem Drehbuch von Peter Lund, von Wolfgang Böhmer vertont und, erstmals an der Neuköllner Oper, von Martin G. Berger rasant in Szene gesetzt. Und nicht zu vergessen: In der Titelrolle Frederike Haas, die ihre Karriere einst an der Neuköllner Oper als Marika Rökk begann, um über den Umweg übers Londoner WestEnd ein weiteres Mal nach BabyTalk ein deutsches Musical hoffentlich erfolgreich aus des Taufe zu heben. Ein Singspiel von Wolfgang Böhmer (Musik) und Peter Lund (Text).

Tickets und die genauen Spielzeiten bekommen Sie hier.

Veranstaltungsdaten:
23.06.2016 - 07.08.2016

Karl-Marx-Str. 131-133
12043 Berlin

Telefon

  • 030 68 89 07 77

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U Karl-Marx-Straße
S Neukölln

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