Michael Fabiano (Herzog von Mantua) und Serena Sáenz (Gräfin Ceprano) bei der Premiere der Oper „Rigoletto“. Foto: © Brinkhoff/Mögenburg

Bartlett Sher: „Rigoletto“

Wiederaufnahme ab 17.10. in der Staatsoper

Mit der Beschreibung der Qualitäten seines 1851 uraufgeführten Melodramma nach Victor Hugos Erfolgsstück „Le roi s’amuse“ benennt Verdi zugleich die Herausforderungen, denen sich jede Produktion dieser Oper stellen muss: „Rigoletto“ ist ein Meisterwerk, dessen Besonderheit in der Konfrontation psychologischer Charakterzeichnung mit den Unwahrscheinlichkeiten einer fantastischen Handlung liegt. Wie ein romantischer Schauerroman klingt diese Geschichte: Als Narr im Dienste des Herzogs von Mantua ist der missgestaltete Rigoletto zum Hassobjekt aller Höflinge geworden. Unterschiedslos verspottet er alle, die sein Herr – ein berüchtigter Schürzenjäger – ins Elend gerissen hat. Doch zugleich hat er Angst davor, dass seiner Tochter Gilda ein ähnliches Schicksal drohen könnte und hält sie deshalb versteckt. Doch muss Rigoletto erleben, dass sein Versuch, inmitten einer von Willkür und Gewalt beherrschten Umgebung seine private heile Welt zu bewahren, zum Scheitern verurteilt ist: Auch Gilda wird vom Herzog verführt und geht für ihn sogar in den Tod.

Ihre emotionale Glaubwürdigkeit gewinnt die Geschichte durch Verdis Musik. Durch sie wird „Rigoletto“ zu einer Tragödie, die sich aus dem Aufeinandertreffen dreier völlig verschiedener Menschen ergibt: Der Herzog, der zwar einerseits ein Wüstling ist, dem Verdi jedoch so verführerische Musik geschrieben hat, dass nicht nur Gilda, sondern auch das Publikum regelmäßig seinem Charme erliegt: Rigoletto, der einer jener typischen Verdi-Menschen ist, die die Fähigkeit zum Guten wie zum Bösen in sich bergen; und schließlich Gilda, die in strahlender Reinheit die Prinzipien von Unschuld und Mitleid verkörpert. Man glaubt in „Rigoletto“ vor allem diesen Menschen und begreift durch sie selbst die aberwitzigsten Zufälle der Opernhandlung als unentrinnbares Schicksal.

Als letzte Neuproduktion der vergangenen Spielzeit feierte im Juni Giuseppe Verdis Oper
„Rigoletto“ in der Inszenierung des New Yorker Regisseurs Bartlett Sher Premiere. Wieder zu erleben ab 17.10. mit Christopher Maltman in der Titelpartie, Aida Garifullina als Rigolettos Tochter Gilda und Francesco Demuro als der Herzog von Mantua.


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Veranstaltungsdaten:
17.10.2019 - 26.10.2019

Unter den Linden 7
10117 Berlin [ Mitte ]

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  • Karten: (030) 20 35 45 55

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