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Rappresentatione di Anima et di Corpo

Staatsoper im Schiller Theater

Als die Oper um 1600 in Italien »erfunden« wurde, war Cavalieris »Rappresentatione« mit dabei, stand für einen der möglichen Wege. Achim Freyer entfaltet den theatralischen, René Jacobs den musikalischen Zauber dieses außergewöhnlichen Werkes.

Ein sakrales Spiel zum Heiligen Jahr. Seine »Rappresentatione di Anima et di Corpo« schuf Emilio de’ Cavalieri für Rom. Im Oratorio della Vallicella, einem Saal der Bruderschaft des Heiligen Filippo Neri, wurde das Stück im Februar 1600 erstmals aufgeführt. Der Komponist hatte dazu ein ausgefeiltes Klangkonzept entwickelt, mit Fernorchestern und -chören. Auch dachte er an den Einbezug vielfältiger Kulissen, Kostüme und mechanischer Vorrichtungen, die zusammen mit Text, Musik und szenischer Darstellung ein Gesamtkunstwerk ganz eigener Art auf die Bühne bringen sollten – mit Solisten, Chören und einem farbigen Instrumentarium, die phantasievolle Bilder und faszinierende Klänge in den Theatersaal hinausschicken.

Cavalieris »Oper« ist handlungsarm, sie besteht aus Statements allegorischer Figuren, die sich aus dem menschlichen Kosmos herleiten, wie Körper und Seele, Intellekt, Umsicht und Einsicht, Lust und Welt usw. Die Zeit gibt den Weg und ihr Maß unaufhaltbar vor und vergegenwärtigt die Vergänglichkeit. Wesentlich sind die Entscheidungen in diesem »Lebenstanz«; führt sein Ende, der Tod, zum Himmel oder zur Hölle? Der Körper ist hinfällig und verführbar für die Lüste der Welt, er ist auch für Schmerz empfänglich und bleibt latent mit den Drohungen der Hölle im Spiel. Die Seele, deren Sehnsucht die Freiheit und die Unabhängigkeit vom Klischee der vielfältigen Lustangebote ist, strebt zum Himmel größter Geschenke der Schöpfung. Die Selbstverkörperung, das »Gestalt-werden-lassen« aller Figuren ist Thema dieses Werkes und unserer Arbeit. Es ist unser Anliegen, mehr Oper zu entwickeln, als geschrieben steht, noch nahe dem Oratorium, ein Samenkorn für zukünftige Opernwelten. Die Einfachheit der Erzählung und ihre Fragestellungen bestimmen Musik, Text, Spiel und Tanz; ein Kosmos fast kindlicher Unschuld, der uns wohl tut und unser artifizielles Kompendium von Lebensinhalten hinterfragt.

Achim Freyer

Termine: Am 4., 7. und 9. Mai, 19.30 Uhr, am 11. Mai, 18.00 Uhr (Familienvorstellung)

Veranstaltungsdaten:
04.05.2014 - 11.05.2014

Bismarckstraße 110
10625 Berlin [ Charlottenburg ]

Telefon

  • 030 20 35 45 55

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U Ernst-Reuter-Platz

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