Aus „W(a)rm Holes“, Foto (Ausschnitt): © Esra Rotthoff

Pugs in Love – Queer Week

Vom 12. bis 15.6. im Maxim Gorki Theater – Studio Я

Perverse und Gefährdete (PUGs) aus aller Welt feiern seit Jahren in Berlin die Differenz als Lebensform. Doch spätestens seitdem der Bundestag die Ehe für alle beschlossen hat, droht eine schleichende Normalisierung der Unangepassten. Homos können heute vermeintlich alles werden, sogar Chefs rechtsextremer Parteien. Klar, dass diese Sehnsucht nach Anerkennung von der „breiten Mitte“ bis Rechtsaußen von all jenen gestört wird, die noch nie normal sein wollten.

Maximale Auffälligkeit zu erzeugen für Lebensweisen, die nicht dem Mainstream entsprechen, war einmal das Ziel der ersten Pride-Proteste, die 1969 in der New Yorker Christopher Street begannen. Und genau darum geht es auch bei diesem LGBTTIQ*-Festival: um die Sichtbarmachung perverser Lebensrealitäten. „Pervers“ ist lateinisch und heißt, wie das ursprünglich aus dem Althochdeutschen stammende „queer“: verdreht, verkehrt, verquer. Und wer als verquer gilt, ist nach wie vor gefährdet. Das Festival präsentiert künstlerische Arbeiten über Sex aus Protest und Verlangen als soziale Praxis, über die Un-/Sichtbarkeiten stigmatisierter Körper und die Überwindung von Queer Colonialism.

Die dritte Ausgabe von Pugs in Love läutet vom 12. bis 15. Juni 2019 die Pride-Saison ein und beschließt die Spielzeit im Studio Я.


Zum Programm:

Gemeinsam mit dem Magazin Siegessäule fragt das Studio Я im Eröffnungspanel nach queerer Geschichte. Regisseur Yony Leyser entührt uns durch W(a)rm Holes auf eine politisch-persönliche Zeitreise. Das Queer Cabaret überfordert häppchenweise mit acht Soloshows transnationaler Alt- und Neuberliner*innen. Mareike Beykirch befragt Androiden aus Mitteldeutschland zu sozialer Herkunft und Sexualität.

In Sidewalks nehmen uns queere Menschen mit auf Spaziergänge entlang ihrer Lebenswege. Im Workshop Protestkultur queeren! vermittelt das PENG!Collective aktivistische (Kunst-)Praktiken. Um die Queerness von Disney-Bösewichten geht es in From Hell With Love von Isabella Sedlak & Ensemble. Die Literaturlegende Edmund White trifft in Prosa der Verhältnisse – City Boy*s auf Jungautor Jayrôme Robinet.

Den Abschluss bildet das Avantgarde-Electronica-Duo Hyenaz mit einem ekstatischen Konzert. Gefeiert wird jeden Abend im Foyer mit DJs der Berliner Clubszene. Die Ausstellung Berlin‘69 im Foyer entsteht in Kooperation mit dem Schwulen Museum (SMU) und mit Videoarbeiten von Sanni Est, Mateja Meded und Liz Rosenfeld.


Alle weiteren Informationen finden Sie hier.

Veranstaltungsdaten:
12.06.2019 - 15.06.2019

Hinter dem Gießhaus 2
10117 Berlin [ Mitte ]

Telefon

  • Karten: (030) 20 22 11 15

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Beschreibung

U und S Friedrichstraße

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