Nobelpreisträger Prof. Erwin Neher spricht über die Entdeckung und Bedeutung von Ionenkanälen. Foto: Promo

Prof. Erwin Neher: Ionenkanäle

Vortrag des Nobelpreisträgers am 22.1. in der Urania

Am 22. Januar 2020 hält der Nobelpreisträger Prof. Erwin Neher in der Urania einen Vortrag zur Entdeckung und aktuellen Bedeutung von Ionenkanälen  in der Forschung und Medizin.

Bioelektrizität war im späten 18. Jahrhundert ein obskures, aber vielbeachtetes Phänomen. Der italienische Wissenschaftler Luigi Galvani hatte gezeigt, dass man bei Reizung eines Nervs mit einem elektrischen Schock Muskelkontraktionen auslösen konnte. Während die Erforschung anderer elektrischer Phänomene im 19. Jahrhundert große Fortschritte machte, blieb die Bioelektrizität rätselhaft bis die britischen Forscher Alan Hodgkin und Andrew Huxley im Jahre 1952 zeigen konnten, dass der Nervenimpuls durch Änderungen der Durchlässigkeit der Nervenmembran und daraus resultierenden Ionenströmen zustande kommt.

Dies wiederum provozierte die Frage, was der molekulare Mechanismus solcher Änderungen der Durchlässigkeit ist – was macht die Nervenmembran durchlässig für bestimmte Ionen? Im Jahre 1976 gelang es Erwin Neher gemeinsam mit Bert Sakmann nachzuweisen, dass sogenannte Ionenkanäle – porenartige Membranproteine – dafür verantwortlich sind, indem sie auf bestimmte Reize hin die Poren öffnen und schließen.

Weltweite Forschungsarbeiten an Ionenkanälen haben in der Zwischenzeit gezeigt, dass diese nicht nur in sogenanntem erregbarem Gewebe – Nerv und Muskel – aktiv sind. Vielmehr vermitteln verschiedenste Arten von Ionenkanälen vielfältige physiologische Funktionen – vom Flüssigkeitstransport in der Niere bis zur Umsetzung von Licht, Schall und Temperatur in elektrische Signale in unseren Sinneszellen. Es hat sich herausgestellt, dass Ionenkanäle bevorzugte Angriffspunkte von Medikamenten sind und dass eine Vielzahl von Erbkrankheiten auf Mutationen in Ionenkanälen zurückzuführen sind.

Der Vortrag gibt einen Überblick über die verschiedenen Bedeutungen dieser Entdeckungen und sich dadurch eröffnender Forschungsfragen sowie Entwicklungen. Die Veranstaltung wird moderiert von Dr. Ulrich Bleyer, Direktor a.D. Urania Berlin.


Weitere Informationen und Karten finden Sie hier.

Veranstaltungsdaten:
22.01.2020
18:00

An der Urania 17
10787 Berlin [ Schöneberg ]

Telefon

  • (030) 2 18 90 91

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