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My Fair Lady – Das Erfolgsmusical

Komische Oper Berlin

Ein Genuss für Augen und Ohren: Am 2.6. kehrt der Musicalklassiker ‘My Fair Lady’ mit der grandiosen Katharine Mehrling in der Rolle der berlinernden Göre Eliza Doolittle und Max Hopp als ein wunderbar verschrobener Professor Higgins zurück. Andreas Homoki, ehemals Intendant des Hauses, wählte für seine Inszenierung die deutsche Fassung des Erfolgsmusicals von Frederick Loewe und verlegte die Handlung in die 1920er-Jahre. Die feinen Leute tragen cremeweiße Hüte, die Arbeiter Schiebermütze.

Vom Blumenmädchen zur feinen Lady

Zu Beginn wirbelt das kecke Blumenmädchen Eliza im Blaumann mit ihren Straßenjungen über die Bühne: ein Temperamentsbündel mit Kodderschnauze und rotziger Penetranz, das den Phonetikprofessor in den Wahnsinn treibt. Am Ende erscheint sie beim Diplomatenball als eine elegante Lady in glamouröser Robe und verblüfft mit ihrer exakten Aussprache. Professor Higgins, eine anerkannte Koryphäe in Sachen Phonetik und ein großer Verfechter der reinen Sprache, hat mit seinem Kollegen Oberst Pickering (von Christoph Späth brillant verkörpert) eine Wette abgeschlossen: In nur 6 Monaten will er aus der Blumenverkäuferin eine Dame modellieren, die selbst der König von einer echten Lady nicht zu unterscheiden vermag. Und das allein durch den perfekten Schliff ihrer Sprache! Was Higgins auf dem Weg zum Erfolg jedoch vergisst: Eliza ist kein bloßes Versuchsobjekt, sondern ein Mensch mit ganz eigenem Kopf, besonders aber: mit Gefühlen – und das mit und ohne Akzent!

Die Neuinszenierung eines Musicalklassikers

‘My Fair Lady’ wurde 1956 am Broadway mit Julie Andrews und Rex Harrison uraufgeführt. Die deutschsprachige Erstaufführung fand im Theater des Westens 1961 statt – auf Berlinisch! – und entfachte hierzulande das Musical-Fieber. Die blutjunge Karin Hübner feierte als Eliza an der Seite von Paul Hubschmid Triumphe und trat in dieser Rolle bis 1965 über 850 Mal auf. ‘Ick sach nur Bulette’, beschreibt die Eliza der Katharine Mehrling scharfzüngig-ironisch den Professor und meint, das Herz von Higgins sei nichts als ein Fleischklops. Die sprachlichen Sticheleien der beiden treffen beim Publikum ins Schwarze – sie ernten dafür immer wieder Szenenapplaus. Katharine Mehrling stottert, kiekst und singt mädchenhaft leicht mit einem herrlichen Schnodder-Timbre auf ihrem Weg zur Lady. Max Hopp als der egozentrische und verbissene Higgins ist der perfekte Antiheld, der nach seinem vollendeten Experiment sich eingestehen muss, wie sehr ihm Eliza fehlt. Wenn sich der vertrottelte Professor prächtig singend im Gewirr der Telefonkabel verheddert, präsentiert Max Hopp eine verrückte Slapstick-Nummer, die hollywoodreif ist. Und wenn sie den berühmtem ‘My-Fair-Lady’-Hit ‘Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen’ zum Besten geben, ist wohl jeder im Publikum – ob alt oder jung – hingerissen. Dass eine in Musik gefasste Sprechübung bis heute ein Evergreen ist, sagt alles über die mitreißende Wirkung der großartigen Melodien des 1901 in Berlin geborenen amerikanischen Komponisten Frederick Loewe.

Ein gewagtes Sozialexperiment

‘My Fair Lady’ ist eine Adaption der 1913 im Wiener Burgtheater uraufgeführten Komödie ‘Pygmalion’ des Dramatikers George Bernard Shaw, die ihrerseits auf dem antiken Mythos von Pygmalion basiert, einem sagenhaften, bildhauernden König, der sich in eine von ihm selbst geschaffene Statue verliebt. Im Musical beglückwünschen sich Higgins und Pickering am Ende für die gelungene Arbeit und feiern ihren Erfolg. Doch Eliza fühlt sich übergangen: Sie wurde dressiert, hat funktioniert, aber der Ruhm geht allein an den Professor, für den sie die Wette gewann. Sie lässt Higgins spüren, wie sehr sie sich erniedrigt fühlt. Am nächsten Morgen ist Eliza verschwunden.


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Veranstaltungsdaten:
02.06.2018 - 01.05.2019

Behrenstraße 55-57
10117 Berlin [ Mitte ]

Telefon

  • 030 47 99 74 00

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