Szene aus „Mojin Shokan“ im Mickery Theater, Amsterdam 1973. Foto: © Maria Austria / Maria Austria Instituut

Maria Austria: Fotografin des Neorealismus

Ausstellung bis zum 10.3. im Verborgenen Museum

Das Verborgene Museum widmet sich dem Leben und Werk der niederländischen Fotografin Maria Austria. Zu sehen sind ca. 100 Schwarz-Weiß-Fotografien und Dokumente, die zuvor im Joods Historisch Museum in Amsterdam ausgestellt waren: Bilder vom Leben auf der Straße in den 1950er und 1960er-Jahren, Szenen von den Bühnen der Experimentaltheater und – zum ersten Mal zu sehen – Aufnahmen vom „Achterhuis“, dem Versteck der Familie von Anne Frank während der Zeit ihrer Verfolgung.

Maria Austria (Marie Karoline Oestreicher) wird 1915 in eine gutsituierte, jüdische Familie in Karlsbad (Karlovy Vary) hineingeboren. Im Sommer 1933 reist sie mit Leica und Rolleiflex im Gepäck nach Wien, um an der „Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt“ eine Ausbildung zur Fotografin zu machen, die sie mit der Note „gut“ abschließt. Von Anfang an war sie an den Prozessen in der Dunkelkammer interessiert und hat ihre Negative selbst entwickelt. Als freie Fotografin erprobt sie sich beim Portraitieren, macht Reportagen für Zeitschriften und entwickelt besonderes Interesse an den avantgardistischen Theaterbühnen um den Wiener Naschmarkt. Innerhalb der Fotografie entwickelte sich europaweit der Neorealismus, die von Menschlichkeit und Mitgefühl getragene Idee einer besseren Gesellschaft, von der auch Maria Austrias Fotografien der 1950er Jahre erzählen.

Bekannt geworden ist die Fotografin auch durch ihre Portraits aus der internationalen Kunstszene, z.B. von Benjamin Britten, Maria Callas, Albert Schweitzer, Josefine Baker, Martha Graham, die wie sie selbst davon überzeugt waren, in Wort, Bild und Ton am Aufbau einer neuen, besseren Welt mitzuwirken. Noch nie zuvor zu sehen waren Austrias Aufnahmen vom sogenannten „Achterhuis“. Dabei handelt es sich um das Hinterhaus in der Prinsengracht 263-267, in dem sich unter acht jüdischen Verfolgten auch die Familie Frank mit den beiden Töchtern Anne und Margot von 1942 bis zum Verrat 1944 vor der Gestapo versteckt gehalten haben.


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Veranstaltungsdaten:
18.10.2018 - 10.03.2019

Schlüterstraße 70
10625 Berlin [ Charlottenburg ]

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