Der Roman „legende“ von Ronald M. Schernikau ist an der Volksbühne zu sehen. Foto: © Thomas Aurin

legende

Aufführungen bis 15.2. in der Volksbühne

Bis 15. Februar überrascht die Volksbühne Berlin mit einer Uraufführung der besonderen Art: Der Roman „legende“ des 1991 verstorbenen Autors Ronald M. Schernikau wird auf der großen Bühne in einer Inszenierung von Stefan Pucher zu sehen sein.

„Ich bin Ronald M. Schernikau, ich komme aus Westberlin, ich bin seit 1. September 1989 DDR-Bürger, ich habe drei Bücher veröffentlicht und ich bin Kommunist.“ Mit diesem Satz eröffnete Schernikau seine Rede vor dem letzten Schriftstellerkongress der DDR und fügte gleich darauf hinzu: „Die Dummheit der Kommunisten halte ich für kein Argument gegen den Kommunismus“.

Als 1999 sein Buch „legende“ erstmals erschien, war der Autor selbst nicht mehr auf dieser Welt. Er starb mit 31 Jahren an AIDS, acht Jahre, bevor sein fast 1000 Seiten umfassendes Hauptwerk, auf das er sein ganzes Leben lang hingedacht hatte, endlich ausgeliefert wurde. Wenig später war es bereits nicht mehr verfügbar. Die Folge: „legende“ wurde zur Legende. Und wer nicht rechtzeitig zugegriffen hatte, musste diesen grandiosen Solitär der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur verpassen und sich mit Gerüchten zufriedengeben. Dies alles ändert sich nun innerhalb weniger Monate. Denn zeitgleich betreiben die Volksbühne und der Berliner Verbrecher Verlag das längst überfällige Comeback der „legende“.

Zweimal große Bühne für einen Text, der sich aufgrund einer überbordenden Vielheit an Erzählformen jeder Gattungszuschreibung entzieht und dessen erster Schauplatz ein Götterhimmel aus den 1980er-Jahren ist. Sehr allein sitzen dort fifi, kafau, stino und tete und verneigen sich voreinander. Sie alle haben eine mehr als irdische Vergangenheit, nun aber sind sie obenauf und blicken hinunter auf eine geteilte Insel namens Berlin. Und da Götter, die sich voreinander verneigen, dies auch mit den Menschen tun müssen, machen sie sich auf den Weg. Ihr Ziel: den Menschen (hüben wie drüben) möglichst viel Gutes bringen, viel Kraft, viel Optimismus, viel Handlungsfähigkeit.


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Veranstaltungsdaten:
11.12.2019 - 15.02.2020

Linienstraße 227
10178 Berlin [ Mitte ]

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  • Karten: (030) 24 06 57 77

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