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Jenufa

Deutsche Oper Berlin

Enge und Bigotterie, Tradition und Kontrolle, das bäuerliche Leben auf dem mährischen Dorf unterm Brennglas: Wir folgen den Figuren durch die Jahreszeiten, erleben einen hitzigen, brutalen Sommer, auf den ein eisiger, grausamer Winter folgt. Im beginnenden Frühling werden wir Zeugen eines Fests, das keines ist. Die tragische Hochzeit mündet in ein großes Schuldeingeständnis und offenbart den Humanisten Leos Janácek. Gewalt und Schande, Kindsmord, Schuld und Sühne. All das will uns der Komponist vor Augen und Ohren führen, der unbeherrscht Aufbrausende, der bei seinen Landsleuten in Ungnade gefallen war, nachdem er sich abfällig über Smetana geäußert hatte.

Mit ‘Jenufa’ läuft er nun Gefahr, sich auch musikalisch und stilistisch zu isolieren. Welcher Komponist blieb – als hätte es Wagner nie gegeben – noch so in Arien und Phrasenwiederholungen verhaftet? Wer verband diese so selbstverständlich mit den neu aufkommenden veristischen Formen?

Nach der Uraufführung 1904 in Brünn wurde die Oper vielfach abgeändert und nur wenige Male aufgeführt, in Prag erst 1916. Max Brod sah eine Aufführung im Nationaltheater und schrieb im Anschluss in der Berliner Weltbühne ein flammendes Plädoyer für das ‘tschechische Opernglück’. Als Leos Janácek eines darauffolgenden Sonntags den Schriftsteller aus dem Bett klingelte und ihn überredete, ‘Jenufa’ ins Deutsche zu übersetzen, muss dies seine letzte Hoffnung gewesen sein, mit Hilfe seines bekannten Fürsprechers ein breiteres Publikum für das kühne Werk zu interessieren. Der Plan ging auf: Nach Aufführungen in Wien und Köln 1918 folgte 1924 die Berliner Erstaufführung. Von hier aus ging das Stück um die Welt.

Veranstaltungsdaten:
09.02.2014
19:00

Bismarckstraße 35
10627 Berlin [ Charlottenburg ]

Telefon

  • (030) 343 84 343

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Beschreibung

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