Szenenfoto mit Asad Schwarz, Florian Kroop und Davide Brizzi. © David Baltzer/bildbuehne.de Szenenfoto mit Asad Schwarz, Florian Kroop und Davide Brizzi. © David Baltzer/bildbuehne.de

Inside IS

Theaterstück von Yüksel Yolcu

Was bringt Jugendliche dazu, unser vermeintlich sicheres, freiheitliches und friedliches Land zu verlassen, um sich für ein versprochenes Paradies für den „IS“ in die Luft sprengen zu lassen? Was finden Sie da, was sie hier nicht finden können? Fragen, die Autor und Regisseur Yüksel Yolcu ins Zentrum seines Stückes „Inside IS“ stellt, das u.a. auf Jürgen Todenhöfers gleichnamigen Reisebericht basiert. Es werden Menschen zu Wort kommen, denen Todenhöfer auf seiner Reise nach Syrien im sogenannten Islamischen Staat begegnete: Ärzte, Polizisten, Richter, Zivilisten, junge Kämpfer und ein für Medien zuständiger „IS“-Ideologe. Yüksel Yolcu hat diese Reise um die fiktiven Lebenswege dreier Jugendlicher ergänzt: Einer der Jugendlichen wird zurückkommen, einer wird in Syrien sterben, bei dem Mädchen wird man das Ende nicht erfahren. Rückblickend werden die drei Jugendlichen, deren Eltern, der Imam, die Lehrerin, Jürgen Todenhöfer, sein Sohn, Situationen neu bewerten und danach suchen, wo und wie die Propagandisten des „IS“ mit ihren einfachen Antworten ansetzen konnten.

Ein Jahr lang hat Yüksel Yolcu recherchiert, neben dem intensiven Austausch mit Jürgen Todenhöfer war für ihn u.a. auch ein Gespräch mit dem Frankfurter Imam Mustafa Cimsit wichtig, der im Gefängnis als Seelsorger u.a. muslimische Jugendliche und Rückkehrer betreut. Klare oder gar einfache Antworten hat er nicht gefunden, die wird auch das Stück nicht geben. „Aber wenn wir damit einen Raum öffnen, miteinander ins Gespräch zu kommen, frei über die Fragen Jugendlicher zu Herkunft, Zugehörigkeit, Identität, Kultur und Religion sprechen können, mit Interesse und Neugier, dann wäre das schon was“, sagt Yolcu.

Dem trägt das Grips Theater Rechnung: Nach jeder Vorstellung wird es ein von Expert*innen geführtes Gespräch mit dem Publikum geben. Dass solche Gespräche wichtig sind, hat das Team bei Besuchen in Berliner Schulen festgestellt, wo sie gemeinsam über „Islam und Islamismus“ mit den Schülern diskutieren wollten. „Schnell waren wir bei anderen Themen: in Hellersdorf ging es um die Angst vor islamistischen Anschlägen in Deutschland, in Kreuzberg diskutierten wir über Ausländerfeindlichkeit und Integration“, erzählt die Dramaturgin Ute Volknant. „Es gab auch Lehrer, die von einer Tabuisierung des Themas berichteten: Viele Erwachsene sind verunsichert und meinen, zu wenig über den Islam zu wissen, um mit muslimischen Schüler*innen das Gespräch über Islamismus zu suchen.“ Die Theaterpädagogin Ellen Uhrhan ergänzt: „Die Probenbesuche mit Schulklassen haben uns darin bestätigt: Wir denken, dass wir mit Jugendlichen unbedingt über die falschen Versprechen und die Gewalt des „IS“ reden können und müssen. Es wäre sträflich, sie mit ihren Gedanken darüber alleine zu lassen. Sie brauchen die offene Diskussion. Und unsere entschiedene Haltung.“


Altersempfehlung: ab 15 Jahren

Dauer: 1 h 45 min (mit Pause)

Karten und die genauen Spielzeiten finden Sie hier.

Veranstaltungsdaten:
01.03.2018 - 03.03.2018

Altonaer Straße 22
10557 Berlin [ Tiergarten ]

Telefon

  • 030 39 74 74 77

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