Les Femmes Savantes beim Heroines Of Sound Festival 2015; © marco microbi/photophunk.com

Heroines of Sound

Festival im HAU – Hebbel am Ufer

Kuratiert von Bettina Wackernagel, Mo Loschelder und Sabine Sanio, präsentiert “Heroines of Sound“ im dritten Jahr frühe und aktuelle Heldinnen des elektronischen Sounds. Das Festival vereint Konzerte, eine Installation, Performances, Video- und Diskursveranstaltungen in unterschiedlichen Formaten. Zur Aufführung kommt frühe weibliche elektronische Musik gemeinsam mit Künstlerinnen, die heute elektronische Klangumformung in avancierter Pop- und E-Musik weiterdenken und performativ ausdeuten. Mit dieser neu eröffneten Perspektive möchten die Heroines of Sound Qualität und Vielfalt von Künstlerinnen im Bereich elektronischer Musik hör- und sichtbar machen.

Im Fokus der Heroines of Sound 2016 stehen Beatriz Ferreyra und Christine Groult, zwei Komponistinnen, die eng mit der “groupe de recherches musicales“ (GRM) kooperierten, beim Studio jedoch wenig Akzeptanz fanden und bis heute als Geheimtipp der elektronischen Musik gelten. Ein weiterer Schwerpunkt geht von der Stimmvirtuosin Cathy Berberian (4. Juli 1925– 6. März 1983), der bedeutendsten Pionierin neuer Gesangspraxis im 20. Jahrhundert, aus. Berberians Kunst, die keine Rücksicht auf überkommene ästhetische Imperative kennt und alle Aspekte der menschlichen Stimme zeigt, war stilbildend für Generationen von Komponist*innen und Performer*innen.

Die Konzerte umfassen vokale Kammermusik mit Elektronik, Werke von John Cage und Luciano Berio, die eigens für Cathy Berberian geschrieben wurden u.a. von Anna Clementi, Ute Wassermann, Natalie Beridze, und Sofia Härdig, sowie Live-Elektronik-Performances mit Annette Krebs, Audrey Chen und der Theremin-Virtuosin Dorit Crysler. Das Ensemble KNM präsentiert ein Portraitkonzert mit Werken der französischstämmigen und inzwischen in Berlin lebenden Komponistin Clara Maïda sowie eine Uraufführung der jungen französischen Komponistin und Künstlerin Loïse Bulot, die mit “InSomis“ ihre graphischen Partituren erstmalig in Deutschland präsentiert. Außerdem im Programm: Mehrkanal-Computermusik von Elisabeth Schimana, Clara Maïda, Lucrecia Dalts konzeptueller Elektronik Sound, bis hin zu einem experimentellen DJ Set von Valeria Merlini.

Einen weiteren Höhepunkt setzt die dreiteilige Performance-Video-Installation SHIROSHI der Berliner Künstlerin Miako Klein, die im Rahmen des Festivals eröffnet wird. Die live bespielte Installation verschränkt Klang und Video. Für den betrachtenden Zuhörer erschließt sich ein energetisches Feld oszillierend zwischen Leere und Fülle. Die Künstlerin entwickelte Shiroshi im Rahmen ihrer Künstlerresidenz (2014/2015) in der Akademie Schloss Solitude. Die Installation wird vom 8. bis 11. Dezember  erstmalig im Rahmen des Heroines of Sound Festival präsentiert.

Mehrere Diskursveranstaltungen begleiten das Festival. Einen thematischen Schwerpunkt setzt ein Panel mit einer historischen Perspektive auf die Komponistinnen des GRM. Das zweite Panel möchte ausgehend von der Arbeit der Stimmvirtuosin Cathy Berberian die Konstellation zwischen Komponist*in und Interpret*in genauer beleuchten. Wir fragen nach dem schöpferischen Verhältnis von Komposition und Performance.

Das gesamte Programm, weitere Informationen und Tickets finden Sie hier.

Veranstaltungsdaten:
08.12.2016 - 10.12.2016

Hallesches Ufer 32
10963 Berlin [ Kreuzberg ]

Telefon

  • Karten: (030) 25 90 04 27

Webseite

Beschreibung

U Hallesches Tor
U Möckernbrücke
Bus: M41

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