Edgar Eckert gibt den verstoßenen Philoktet in Heiner Müllers Neudichtung von Sophokles' Tragödie. Foto: © Arno Declair

Heiner Müllers „Philoktet“

Fragen nach Zugehörigkeit ab 12.10. am Deutschen Theater

Bei einem Opferdienst an die Götter während der Überfahrt nach Troja wurde der Krieger Philoktet von einer giftigen Schlange ins Bein gebissen. Die Wunde färbte sich schwarz, seine Schreie störten das vorgeschriebene Schweigen bei den Opfer-Ritualen. Verstoßen von seinen Gefährten wegen seiner stinkenden Wunde, ist Philoktet der vielleicht unheldenhafteste aller griechischen Helden. Und doch: Nach zehn Jahren der Isolation auf einer Insel, soll Odysseus, der ihn vom Kampf gegen Troja ausgeschlossen hat, nun zurückholen.

Ein Seherspruch besagt, dass der Krieg nur gewonnen werden könnte, wenn Philoktet mit seinem Pfeil und Bogen zurückgeholt würde. Nun soll also der Ausgesetzte wieder in die Gemeinschaft integriert werden – eine heikle Mission.

Mit Heiner Müllers radikaler Neudichtung des Mythos verhandelt der iranische Regisseur Amir Reza Koohestani die Frage nach Zugehörigkeit: Den Aus- und Einschluss in eine Gesellschaft, die Anderes zerstören will und sich selbst zerstört, indem sie nur das Funktionieren duldet. Der Übersetzer Mahmoud Hosseini Zad hat in der Vorbereitung der Produktion eigens eine persische Erstübersetzung des Stücks angefertigt, die bald in Iran veröffentlicht wird und somit zu einem weiteren kulturellen Austausch beiträgt.


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Veranstaltungsdaten:
12.10.2019 - 26.12.2019

Schumannstraße 13
10117 Berlin [ Mitte ]

Telefon

  • Karten: (030) 2 84 41-225

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