Gerasimos Bekas, geboren 1987, wuchs in Griechenland und Franken auf. Er lebt als Autor und Theatermacher in Berlin und Athen und ist als Teilnehmer beim Literatursymposium dabei. Foto/© Stefan Loeber

Griechisch-Deutsches Literatursymposium und Lesungen

Im Heimathafen Neukölln

Am 17. Oktober startet die große Eröffnungsparty des Griechisch-Deutschen Literatursymposiums im Heimathafen Neukölln.

Auf zwei Bühnen lesen und performen einen Abend lang mehr als 20 Autoren aus Griechenland, Deutschland, Österreich, Zypern und der Schweiz, moderiert von Jan Wagner ( Lyriker und Büchner-Preisträger) und Cornelia Jentzsch (Literaturkritikerin).

Die internationale Wahrnehmung zeitgenössischer neugriechischer Literatur liegt im Vergleich zur aktuellen Entwicklung um Jahrzehnte zurück. Autor/innen im krisengeschüttelten Griechenland haben jedoch gerade in den vergangenen Jahren ein beeindruckendes Repertoire an neuen Textsorten, Schreibstrategien und intermedialen Präsentationsformaten entwickelt, die hierzulande bislang vollkommen unbekannt sind. Dies korreliert mit einer Vielfalt von aus der Krise hervorgegangenen Literaturzeitschriften, ambitionierten Kleinverlagen, innovativen Autorenprojekten, Übersetzerinitiativen uvm., die literarische Aktionsräume und Netzwerke jenseits des gewinnorientierten Buchmarkts öffnen. Sie zeigen ein anderes Gesicht der neugriechischen Literatur und ihrer Akteur/innen: interdisziplinär, medial reflektiert, popkulturell, öffentlichkeitswirksam oder hochpolitisiert, um nur einige Facetten zu nennen.

Es ist an der Zeit, diese Autor/innen und literarischen Szenen auch international zu entdecken! 2017 war die documenta 14 bereits in Athen zu Gast mit dem Motto “Von Athen lernen”. So wurden im Nachgang der Finanz- und Wirtschaftskrise, die das politische Verhältnis zwischen Griechenland und Deutschland sichtbar verschlechterte, Impulse für die Wertschätzung zeitgenössischer künstlerischer Produktionen aus Griechenland gesetzt.

Was in der Bildenden Kunst versucht wurde, ist in der Literatur ein Desiderat. Auch die griechisch-deutschen Literaturbeziehungen brauchen Initiativen, die aktuelle literarische Produktionen beider Sprachräume in ein Verhältnis setzen („SYN“) und wechselseitig auf ästhetisch gewinnbringende Impulse überprüfen („ENERGY“).


Neben der dringend gebotenen internationalen öffentlichen Vermittlung aktueller neugriechischer Literatur charakterisiert diese Wirkungsabsicht daher titelgebend das Projekt: SYN_ENERGY BERLIN_ATHENS führt an drei Konferenztagen Autor/innen aus dem griechischen und deutschen Sprachraum auf Grundlage gemeinsamer ästhetischer Fragestellungen in einem thematisch orientierten, strukturierten Dialog zusammen. Mit öffentlichen Lesungen und Diskussionen an vier Abenden initiiert das Projekt außerdem eine den aktuellen literarischen Entwicklungen im griechischen Sprachraum zeitgemäße Rezeption in der deutschsprachigen Öffentlichkeit.

Das Tagungsprogramm fokussiert auf literarische Genres, Tendenzen bzw. Szenen, die sich in beiden Sprachräumen in jeweils unterschiedlicher ästhetischer Ausprägung finden. Dabei wird insgesamt ein breites Spektrum zeitgenössischer literarischer Texte abgedeckt, das bis hin zu inszenierten, öffentlichkeitswirksamen literarischen Textsorten reicht, die in den vergangenen Jahren im gesellschaftlichen Leben Griechenlands eine immer wichtigere Rolle spielen.

Die einzelnen Themenpanels (täglich 10.00-12.30 Uhr und 14.30-17.00 Uhr) entwickeln Fragestellungen, die von Akteur/innen beider Sprachräume bearbeiten bzw. präsentiert werden. Durch Impulsreferate und Präsentationen wird das jeweilige Panel eingeleitet.

An allen Konferenztagen finden um 19 Uhr Abendveranstaltungen mit öffentliche Lesungen und Performances zu den Konferenzthemen des Tages statt.


Programm-Informationen finden Sie hier.

Veranstaltungsdaten:
17.10.2018 - 21.10.2018

Karl-Marx-Straße 141
12043 Berlin [ Neukölln ]

Telefon

  • (030) 56 82 13 33

Webseite

Beschreibung

U Karl-Marx-Straße
Bus: 104

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