Waltraud Meier brilliert in Patrice Chéreaus Inszenierung von Richard Strauss' Tragödie als Klytämnestra. Foto: © Monika Rittershaus

Patrice Chéreau: „Elektra“

Ab dem 27.1. in der Staatsoper

Wie ein Rufen aus mythischer Vorzeit beschwört Richard Strauss’ „Elektra“ den Zauber des Schaurig-Düsteren, des Archaisch-Grausamen herauf. Eine geradezu unabdingbare „gewaltige musikalische Steigerung bis zum Schluß“ (Strauss) lässt den Zuhörer tief in die von Trauer, Schmerz und Rachedurst geprägte Welt Elektras eintauchen: Obsessiv verfolgt die von ihrer Familie gedemütigte und gepeinigte mykenische Königstochter Elektra nur ein einziges Lebensziel: Sie beschwört Tag für Tag die Erinnerung an ihren Vater herauf, der einst von ihrer Mutter Klytämnestra gemeinsam mit deren Liebhaber Aegisth heimtückisch ermordet wurde und wartet auf die Rückkehr ihres Bruders Orest, der Vergeltung für die Bluttat üben soll. Gleiches muss mit Gleichem vergolten werden. Schwankend zwischen Hass, Hysterie, Schwäche, Überheblichkeit, abgrundtiefer Traurigkeit, Besessenheit und Sarkasmus hat Elektra jeden Bezug zu den Menschen um sich herum verloren, ist verwahrlost und hat ihre Weiblichkeit verneint.

Inspiriert von der Sprachgewalt seines kongenialen Librettisten Hugo von Hofmannsthal schuf der Fin-de-Siècle-Komponist mit seinem monumentalen Operneinakter für dramatische Stimmen und Riesenorchester ein musikalisch-psychologisches Portrait von äußerst aufwühlender Expressivität und überwältigender Klangwucht, das ihn laut eigener Aussage bis an die äußersten Grenzen „psychischer Polyphonie“ führte.

Am 27.1. kehrt die letzte Inszenierung des 2013 verstorbenen großen Regisseurs Patrice Chéreau an die Staatsoper zurück. Nach der gefeierten Premiere beim Festival d’Aix-en-Provence trat „Elektra“ ihren Siegeszug an die großen Opernmetropolen an und wurde im Oktober 2016 erstmalig an der Staatsoper gezeigt – dort, wo Chéreau mit den Proben zu „Elektra“ begonnen hatte. Bis zum 24.2. ist seine Erfolgsinszenierung unter der musikalischen Leitung von Maestro Daniel Barenboim mit Evelyn Herlitzius in der Titelrolle und Waltraud Meier als Klytämnestra, Stephan Rügamer, René Pape u.a. zu erleben.


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Die Spieltermine sind am 16.2., um 19.30 Uhr, und am 24.2., um 18 Uhr.

Veranstaltungsdaten:
16.02.2019 - 24.02.2019

Unter den Linden 7
10117 Berlin [ Mitte ]

Telefon

  • Karten: (030) 20 35 45 55

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