Tania Feurich ist zu sehen in dem filmischen Theater „Der verlorene Vater“. Foto: © Benjamin Bayer, Georges Gobet, Thomas Martius

Thomas Martius: Der verlorene Vater

Ein filmisches Theater ab 4.12. im Babylon

Die Live-Performance „Der verlorene Vater“ ist ab dem 4. Dezember im Babylon zu erleben und erzählt mit grell-bunten 8mm-Amateurfilmaufnahmen eine fiktive Familiengeschichte, die sich über die USA und Deutschland bis nach Ex-Jugoslawien ausbreitet: Selma, ein Kind der 90er aus New York, hat ein paar Probleme und begibt sich auf die Suche nach ihrer Herkunft. Im Kino auf der Bühne deckt sie Familiengeheimnisse auf, von denen sie keine Ahnung hatte. Sie trifft auf einen Rechercheur, eine Therapeutin, wird unterstützt von ihrem Freund Tony und setzt sich mit einigen Familienmitgliedern und deren Geschichten via 8mm-Aufnahmen auseinander. Viele Perspektiven und Wünsche treffen – nicht immer reibungslos – aufeinander.

Das grobkörnige Super-8-Material wurde in den 1960er und 70er Jahren nur sparsam eingesetzt – ohne Autofokus und Mikrofon, in einer Ära vor Home-Video und Internet. Die Ausschnitte der vergangenen Wirklichkeiten aus drei ganz unterschiedlichen Ländern zeigen überraschende Ähnlichkeiten: Hinter der Kamera standen meist die Väter als Regisseure des Familienlebens. Das sind sie heute nicht mehr.

Das Theaterereignis im Babylon wird durch heutige cineastische Filmaufnahmen erweitert, alte Inszenierungen werden vergegenwärtigt und neuen Sichtweisen gegenüber gestellt. Ein Wandel wird deutlich – bei allem Gepäck, das zu tragen ist. Die dokumentarische Fiktion an der Schnittstelle von Film und Theater ist der komplexe Versuch einer Enttraumatisierung.


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Veranstaltungsdaten:
04.12.2019 - 08.12.2019
20:00