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Der Jahrmarkt von Sorotschinzi

Komische Oper Berlin

Trinklieder, Tänze, Volksgesänge und ein wilder Hexensabbat – das Volk als überschäumende Quelle der Energie steht im Mittelpunkt von Mussorgskis temporeichem und in der Sprunghaftigkeit seiner Handlung überaus eigenwilligem Meisterwerk „Der Jahrmarkt von Sorotschinzi“. Vom Komponisten unvollendet hinterlassen, konnte diese komisch-groteske Oper erst viele Jahre nach Mussorgskis Tod 1911 uraufgeführt werden. 1948 war sie zum letzten Mal in Berlin an der Komischen Oper zu sehen.

Ein Meisterwerk von Modest Mussorgski

Jetzt erobert „Der Jahrmarkt von Sorotschinzi“ erneut die Bühne der Komischen Oper in einer Neuinszenierung von Chefregisseur/Intendant Barrie Kosky – die Premiere wird am 2. April gefeiert. Mehrere Komponisten versuchten, aus dem von Mussorgski hinterlassenen Material ein aufführbares Werk zu gestalten. Eine zuletzt veröffentlichte Fassung von Pawel Lamm und Wissarion J. Schebalin aus dem Jahre 1932 scheint den Absichten des Komponisten am nächsten zu kommen. Sie versucht nicht, zu glätten, sondern sie zollt dem „ungehobelten“ Duktus dieses Werks Rechnung. Es sind nur „schlichte Geschehnisse“ in loser, auf kausale Zusammenhänge verzichtender Folge, welche Mussorgski in seiner als Torso hinterlassenen Oper mit prallem, volkstümlichem Leben füllt. Dazu zitiert er nicht nur Volkslieder und -tänze, sondern fügt seine zum Chorstück erweiterte Orchesterfantasie „Eine Nacht auf dem kahlen Berge“ (1867) als Traumsequenz des jungen Bauernburschen Grizko ein.

Trinklieder, Tänze und Teufelslegenden

Die Mär von einem trunksüchtigen Teufel auf der Suche nach seinem roten Kittel versetzt abergläubische Bewohner und Durchreisende in dem kleinen ukrainischen Dorf Sorotschinzi in Angst und Schrecken – darunter auch den Bauern Tscherewik. Dessen Tochter Parasja liebt den Bauernburschen Grizko. Sie darf ihn jedoch nicht heiraten, weil die streitsüchtige, ihren Mann Tscherewik ewig schikanierende Stiefmutter Chiwrja einen einfachen Bauern für eine schlechte Partie hält. Doch wer den Aberglauben richtig zu nutzen weiß, kommt mit und ohne Teufel an das gewünschte Ziel.

Unter der Regie von Barrie Kosky und unter dem Dirigat von Generalmusikdirektor Henrik Nánási singt der Bass Jens Larsen die Partie des Tscherewik und Agnes Zwierko die seiner Frau Chiwrja. Mirka Wagner verkörpert seine Tochter Parasja, Alexander Lewis den jungen Bauern Grizko. Als Gevatter ist Tom Erik Lie zu erleben, Carsten Sabrowski als Oberteufel Tschernobog und Hans Gröning als Zigeuner.

„Der Jahrmarkt von Sorotschinzi“ basiert auf einer gleichlautenden Erzählung von Nikolai Gogol aus seiner Sammlung volkstümlicher ukrainischer Geschichten „Abende auf dem Weiler bei Dikanka“. Seine Kombination von derber Komik in der Darstellung gruseliger Wesen mit dem ukrainischen Lokalkolorit und unheimlicher Phantastik ließ den 1831/32 verfassten Band zum großen Erfolg werden. 1874 nahm Mussorgski den Stoff auf, konnte seine Oper aber, wie auch bereits vorangegangene, nicht beenden.


Eintritt: von € 12,- bis € 79,-, Karten: erhätlich unter (030) 47 99 74 00 oder in unserem Ticketshop

Weitere Informationen und die genauen Spielzeiten finden Sie hier.

Veranstaltungsdaten:
02.04.2017 - 16.07.2017

Behrenstraße 55-57
10117 Berlin [ Mitte ]

Telefon

  • 030 47 99 74 00

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