"Late Night Show" (Ausschnitt) ©Janne Parviainen

Der Essayfilm – sichtbares Denken

Eine Veranstaltung rund um die Kunstform des Essayfilms

Subjektiv, sinnierend und ungewohnt: Die erstmals in der Denkerei und im fsk Kino stattfindende Veranstaltung „Der Essayfilm – sichtbares Denken“ (19. – 21. Oktober 2018) wirft ein Schlaglicht auf den Essayfilm.

Gemeinsam werden namhafte Gesprächspartner/innen – darunter die Philosophin und Filmwissenschaftlerin Michaela Ott, Michael Temple als Direktor des The Essay Film Festival in London, der Literaturwissenschaftler und Kulturtheoretiker Klaus Theweleit sowie Martina Zöllner, rbb-Programmbereichsleiterin „Doku & Fiktion“ – den Essayfilm und damit eine experimentelle Filmform zwischen Spiel- und Dokumentarfilm, die Genregrenzen überschreitet, reflektieren.

Der Projektinitiator Heiner Mühlenbrock ist überzeugt, dass der Essayfilm mehr Aufmerksamkeit verdient, als er derzeit bekommt:
„Im Kino und im Fernsehen scheint das Denken immer mehr zu verschwinden. Das möchten wir mit unserer Veranstaltung zum Essayfilm – also einer Filmform als Nachdenken in und über Bilder(n) – ändern. Und dazu Filmemacher/innen und Denker/innen an einen Tisch bringen. Langfristig soll so ein Essayfilmfestival am Oranienplatz entstehen, und zwar ganz bewusst am Oranienplatz im Sinne einer dezentralen Kulturarbeit“.

Insgesamt drei Tage lang werden die anwesenden Filmemacher/innen, Denker/innen, Kulturkritiker/innen und Medienvertreter/innen außerhalb ihrer Fachdiskurse und jenseits der klassischen Institutionen die historische und aktuelle internationale Position des Essayfilms in der Theorie, im Fernsehen, im Kunstbetrieb und in den digitalen Medien diskutieren.

Dabei geht es um auch die Frage, wie es um die Zukunft des Essayfilms und seinen Nachwuchs bestellt ist. Mit Heiner Mühlenbrocks „Vor aller Augen” und einer langen Filmnacht des The Essay Film Festival werden außerdem sowohl deutsche Positionen im Essayfilm als auch aktuelle internationale Essayfilme erlebbar.

Am 21. Oktober 2018 wird die erste Ausgabe von „Der Essayfilm – sichtbares Denken“ mit der Vorführung eines Überraschungsfilms zu Ende gehen.


Eine Veranstaltung von Heiner Mühlenbrock unter Mitarbeit von Cecilia Valenti in Kooperation mit der Denkerei, Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB), Universität der Künste Berlin und dem fsk Kino

 

Die Philosophie und Abstraktion im Dokumentarfilm haben im 20. Jahrhundert eine filmische Kunstform hervorgebracht: Den Essayfilm. Die vom 19. bis 21. Oktober erstmals stattfindende Veranstaltung „Der Essayfilm – sichtbares Denken“ in der Denkerei und im fsk Kino wirft ein Schlaglicht auf dieses filmische Phänomen, das mithilfe traditioneller Gattungs- und Genredefinitionen kaum zu fassen ist und nur unzureichend als experimentelle Filmform zwischen Spiel- und Dokumentarfilm beschrieben werden kann. Im Rahmen von Filmvorführungen sowie öffentlich zugänglichen Vorträgen und Gesprächen soll der Essayfilm  eingehend reflektiert werden – außerhalb der klassischen Institutionen und jenseits einengender Fachdiskurse.

Essayfilme arbeiten sich an kulturell Vorgeformtem ab, an aktuellen und überlieferten Bild- und Tonquellen. Der Essayfilm ist eine experimentelle Filmform zwischen Spiel- und Dokumentarfilm, in welcher die Regisseur/innen mit subjektiver Betrachtungsweisen aus den Zwängen herkömmlicher Erzählmuster ausbrechen.

Filmessays sind Ausdruck einer Arbeit, die sich erst im Vollzug konstituiert und einer Intelligenz, die versucht, die möglichen Zugänge zu den Bildern nicht zu vereinfachen, sondern zu vervielfachen. Der Essayfilm ist eine andere Art des Denkens, ein Denken in oder mit Bildern. Aber weil es sich um das Medium Film handelt, ist es ein Denken, das sich beim Betrachten in Emotionen verwandelt und dann wieder zurück in einen Gedanken.

Einige der innovativsten Regisseur/innen haben sich den Begriff des Essayfilms zu eigen gemacht und an einer, wenn auch brüchigen und diskontinuierlichen, Geschichte des Essayfilms mitgeschrieben, dazu gehören beispielsweise Sergei Eisenstein, Paolo Pasolini, Marguerite Duras, Alexander Kluge, Harun Farocki, Chantal Akerman, Chris Marker und Jean-Luc Godard, der bis heute immer wieder durch die Entwicklung neuer Formen des Essayfilms Aufsehen erregt.

Sven Kramer und Thomas Tode schreiben in ihrem Buch „Der Essayfilm“, das im deutschsprachigen Raum mittlerweile als Standardwerk gilt, das allen Filmessayist/innen ein Interesse für Fragen der Theorie gemeinsam sei.


Alle weiteren Programm-Informationen finden Sie hier.

 

Veranstaltungsdaten:
19.10.2018 - 21.10.2018

Oranienplatz 2
10999 Berlin

Telefon

  • 030 61671001

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Segitzdamm 2
10969 Berlin [ Kreuzberg ]

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Beschreibung

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Busse: M29, 140

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