Glasschmuck Felsendom in Jerusalem, 2018 © Deutsches Historisches Museum

Christbaumschmuck vom 19. Jahrhundert bis heute

Ausstellung des Deutschen Historischen Museums bis 3.3.19

Seit langem sammelt das Deutsche Historische Museum Weihnachtsbaumschmuck und erwarb zuletzt einen modern und international ausgerichteten Teilbestand der Frankfurter Sammlung Stille. Dass diese Objekte der Alltagskultur weitaus mehr als banal und schön sind, zeigt die Intervention „Engel, Hakenkreuz, Felsendom – Christbaumschmuck vom 19. Jahrhundert bis heute“ vom 30. November 2018 bis zum 3. März 2019 in der Dauerausstellung „Deutsche Geschichte vom Mittelalter bis zum Mauerfall“.

Seit dem 19. Jahrhundert steht der geschmückte Baum im Zentrum des häuslichen Weihnachtsfests, das sich im 19. Jahrhundert als christliche Feier etablierte. Aber wie christlich ist das Fest im 20. Jahrhundert noch und wofür steht sein Baumschmuck? Im NS-Staat wurde der geschmückte Lichterbaum politisch vereinnahmt und in der Bundesrepublik der 1960er und 1970er Jahre in mancher Familie als Teil des weihnachtlichen Zeremoniells kontrovers diskutiert. Heute müssen beide einem beschleunigten gesellschaftlichen Wandel standhalten, etwa der Abkehr von Traditionen, der Politisierung und Ideologisierung von Religionen und kulturellen Veränderungen.

Die Sammlungspräsentation verdeutlicht anhand von rund 500 Baumschmuck- und Designobjekten sowie Fotos nicht nur die Vielfalt des Christbaumschmucks, seine Herstellungsbedingungen und oft individuellen Motive, sondern auch bislang wenig beachtete wirtschafts-, technik- und bildungsgeschichtliche Aspekte. Zugleich zeigt die Intervention, in welchem Maße der Schmuck Geschichte und nicht zuletzt den Zeitgeist reflektiert.

Ulrich Vogls und Evi Wiedemanns Kunstinstallation „Weihnachtsverspannungen. Aus der Serie der zarten Alltagsmaschinerien“, entstanden aus 250 Baumschmuckobjekten aus der Sammlung des DHM, regt zu einer weltumspannenden Entdeckungsreise an. Denn der Schmuck des „deutschen Weihnachtsbaums“ ist international geworden und hat Religionsgrenzen überschritten: Tourismus, Film, Internet und Migration haben ihn weltweit verbreitet und bereichert.


Alle weiteren Informationen finden Sie hier.

Veranstaltungsdaten:
30.11.2018 - 03.03.2019

Unter den Linden 2
10117 Berlin [ Mitte ]

Telefon

  • (030) 20 30 40

Webseite

Beschreibung

Geöffnet: täglich von 10-18 Uhr

S Ha­cke­scher Markt
Tram: M4, M5, M6
Bus: TXL, 100, 200

» Route auf Google Maps anzeigen