Der Bilderkeller der Akademie der Künste mit erhaltenen Wandmalereien aus 1957/1958. Foto: Andreas Franz Xaver Süß

Bilderkeller der Akademie der Künste

Der Bilderkeller ist erstmals öffentlich zugänglich

Am 28. September öffnet die Akademie der Künste ihren sogenannten Bilderkeller für die Öffentlichkeit.

Im ehemaligen Heizungskeller des Akademie-Gebäudes am Pariser Platz hat sich eine Reihe von Wandbildern erhalten, die 1957 und 1958 für zwei Faschingsfeste entstanden waren. Gemalt von Manfred Böttcher, Harald Metzkes, Ernst Schroeder und Horst Zickelbein – ehemaligen Meisterschülern der Deutschen Akademie der Künste – sind sie neben den Ausstellungssälen der einzige originale Rest des historischen Gebäudes. 1989 erstmals fotografiert, publiziert und seitdem behutsam konserviert, können sie nun nach fast dreißig Jahren erstmals besichtigt werden.

Zu sehen sind einmalige Zeugnisse einer jungen Opposition in der Ostberliner Malerei, deren einstiges Konfliktpotential sich heute noch erahnen lässt.

Die Tradition der Meisterschülerausbildung war in der Nachfolge der Preußischen Akademie der Künste in der DDR weitergeführt worden. Betreut durch einzelne Mitglieder bot sie jungen Künstlern die Chance, für zwei Jahre relativ unabhängig in den Ateliers am Pariser Platz 4 arbeiten zu können. In der kulturpolitisch brisanten Zeit der 1950er und 1960er Jahre kam es allerdings zu erbitterten Debatten; ein wahrer Stellvertreterkrieg gegen einzelne Akademie-Mitglieder entbrannte. Zu ihnen gehörte der Bildhauer Fritz Cremer, der kurz vor dem Mauerbau 1961 eine Ausstellung junger Kunst initiierte, die zum kulturpolitischen Eklat führte. Cremer trat als Direktor zurück und Akademie-Präsident Otto Nagel musste es ihm gleich tun – aus „gesundheitlichen Gründen“, wie es offiziell hieß.

In den Wandbildern wird deutlich, dass es der Generation der um 1930 geborenen Meisterschüler um einen anderen als den von Staatsseite geforderten Realismus ging. Sie hatten wesentlichen Anteil an der Ausbildung der sogenannten Berliner Schule, ihre „Schwarzen Bilder“ wurden von der offiziellen Kunstkritik als unzeitgemäß, dekadent und formalistisch diffamiert. Der von außen empfundene Druck ließ die Künstler nur noch enger zusammenrücken und in ihren Bildern aufeinander reagieren. Im Freiraum der Faschingsgestaltung in der Akademie entlud sich die Experimentierlust. Hier tobte sich aus, was in Ausstellungen nicht gezeigt werden durfte.


Der Zugang zum Bilderkeller ist nur mit einer Führung möglich.

Vom 3. Oktober bis 19. Dezember 2018:
wöchentliche Führungen jeweils mittwochs, 18 Uhr
Begrenzte Teilnehmerzahl, Eintritt € 5/3
Tickets ausschließlich im Vorverkauf an den Tageskassen der Akademie:
Pariser Platz 4 und Hanseatenweg 10, täglich 10–20 Uhr
sowie im Webshop unter: www.adk.de/tickets

Veranstaltungsdaten:
28.09.2018 - 19.12.2018

Pariser Platz 4
10117 Berlin [ Mitte ]

Telefon

  • 030 2 00 57 10 00

Webseite

Beschreibung

Geöffnet: Di. bis So. 11-19 Uhr

U/S Brandenburger Tor; Busse: TXL, 100

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