Lassen Sie sich von den farbenprächtigen Tulpen im Britzer Garten betören. Foto: © Grün Berlin

Berliner Stadtgrün und vergessene Orte entdecken

Alternativprogramm im Freien in Berlin und Brandenburg

Wir alle sind in diesen Tagen bewegt und beunruhigt über die aktuelle Situation zum Corona-Virus (COVID-19). Einschränkungen in nie gekanntem Maße begegnen uns allenthalben. Umso wichtiger ist es, Momente des Entspannens und der Erholung zu finden, die uns in den Kultureinrichtungen zwar verwehrt sind, aber nicht an der frischen Luft. Und da hat Berlin wahrlich Einiges zu bieten.

Wer ein wenig der gerade nicht nur in Berlin angespannten Situation entfliehen möchte, etwas für sich, für Körper und Geist tun möchte, kann sich auch auf die Spuren längst vergangener Geschichte begeben. Die einst hochlebendigen, von Industrie, Politik und Kultur geprägten Orte vermitteln auf ganz unterschiedliche Weise Wissenswertes für jedermann. Teilweise werden auch noch Führungen angeboten. Aufgrund der aktuellen Situation kann es jedoch jederzeit zu Änderungen kommen. Bitte informieren Sie sich tagesaktuell.


Zu einer Zeitreise durch 400 Jahre Preußischer Geschichte laden die über 30 Schlösser und Gärten in Berlin und Brandenburg. Als Zeugnisse einer vollendeten Architektur- und Gartenkunst in Preußen gehören sie seit 1990 zu großen Teilen zum UNESCO-Welterbe. Ihrer paradiesischen Schönheit haben sie den Beinamen „Preußisches Arkadien“ zu verdanken. Die Schlösser in Potsdam, Berlin und Brandenburg sind zwar nun ebenso geschlossen, die wunderschönen Gärten bleiben, bis auf die Pfaueninsel, für die Besucher geöffnet.

Weitere Informationen: www.spsg.de


Auch die Park- und Gartenanlagen der Grün Berlin Gruppe bleiben bis auf weiteres geöffnet. Ob Britzer Garten, die Gärten der Welt und der Kienbergpark, das Tempelhofer Feld, der Natur-Park Schöneberger Südgelände und der Park am Gleisdreieck sowie der Botanische Volkspark – all diese grünen Oasen bieten genug Freiraum für Bewegung und Entspannung.

Auch wenn dort schon lange kein Zug mehr fährt, bleibt die Geschichte im Natur-Park Schöneberger Südgelände durch die Relikte der Bahnära präsent. Nachdem der Bahnbetrieb auf dem 1889 fertiggestellten Rangierbahnhof Tempelhof 1952 eingestellt wurde, eroberte sich die Natur das Terrain nach und nach zurück. Ob Dampflokomotive, Wasserturm oder Brückenmeisterei, Wasserkräne, Lichtmasten, Schienenstränge oder Weichen, auch ohne Führung bietet der Naturpark für kleine und große Besucher eine spannende Reise in die Vergangenheit.

Weitere Informationen: www.gruen-berlin.de


Und dann sind da noch die unzähligen Wanderwege entlang des Müggelsees und des Wannsees sowie die herrlichen Wälder und Seen in Brandenburg. Den Rucksack gepackt und zu Fuß oder mit dem Rad bieten Berlin und Brandenburg vielerorts die beste Erholung.

Weitere Informationen: https://www.berlin.de/senuvk/umwelt/stadtgruen/gruenanlagen/index.shtml


Hoch hinaus geht es auf den Teufelsberg im Grunewald, der mit 120,1 m über NN die zweithöchste Erhebung in Berlin ist. Der Berg aus Trümmerschutt ist heute Aussichtspunkt und ein Monument der Geschichte. Die inzwischen verfallene US-amerikanische Abhörstation auf dem Gipfel kann besichtigt werden. Historische Führungen werden angeboten.

Weitere Informationen: www.teufelsberg-berlin.de


Der Volkspark Friedrichshain ist die erste kommunale Parkanlage Berlins, die im 19. Jahrhundert für die zunehmend in beengten Wohnverhältnissen lebenden Menschen zur Erholung angelegt wurde. Der im landschaftlichen Stil errichtete Park geht zurück auf den preisgekrönten Entwurf von Gustav Meyer, einem Schüler von Peter Joseph Lenné. Aufgrund der starken Kriegsschäden wurde er nach 1945 neu gestaltet. Aus Bunkerruinen und auf Trümmerschutt entstanden der 78 m hohe Große Bunkerberg (der sog. „Mont Klamott“) und der 48 m hohe Kleine Bunkerberg, die den Park heute prägen. Neben dem Friedhof der Märzgefallenen, Denkmälern und der Weltfriedensglocke ist der 1913 errichtete Märchenbrunnen, der zu den schönsten Brunnenanlagen Berlins gehört, eine der Hauptattraktionen.

Weitere Informationen: https://www.berlin.de/sehenswuerdigkeiten/3560363-3558930-volkspark-friedrichshain.html


Auch die Beelitz Heilstätten vor den Toren Berlins sind einen Besuch wert. Die zwischen 1898 und 1930 von der Landesversicherungsanstalt Berlin errichteten Arbeiter-Lungenheilstätten Beelitz-Heilstätten bildeten einen der größten Krankenhauskomplexe im Berliner Umland. Heute ist das Ensemble mit 60 Gebäuden auf einer Gesamtfläche von ca. 200 Hektar denkmalgeschützt. Seit 2015 eröffnet sich den Besuchern vom Baumkronenpfad aus ein fantastischer Blick auf den historischen Heilstättenpark und die rund 65 Baum-und Straucharten. Und wieder unten angekommen lockt der Barfußpark. Weiches Stroh, Schlamm oder Bucheckerhülsen stellen die Fußsohlen auf die Probe.

Weitere Informationen: www.baumundzeit.de


Im wildromantischen märkischen Kiefernwald, ca. 20 km südlich von Berlin gelegen, ist die einst im Volksmund „Verbotene Stadt“ zu finden. Wünsdorf, heute bekannt als Bücher- und Bunkerstadt, vereint alte Bücher und Bunker, Militärgeschichte und Kultur – konzentriert auf einem überschaubaren Areal. Wünsdorf-Waldstadt hat eine lange Militärgeschichte. Zuerst kaiserlicher Truppenübungsplatz, im Ersten Weltkrieg Gefangenenlager, ab 1933 Oberkommando des Heeres und ab 1945 Oberkommando der Sowjetarmee. In der nun „verbotenen Stadt“ lebten bis zu 75.000 Militärangehörige. Daran erinnern heute noch verfallene Wohngebäude, Turnhallen und Offizierskasino sowie ein kleines Museum.

Weitere Informationen: www.buecherstadt.com


In jedem Fall gilt: Beachten Sie die allgemeinen Empfehlungen zur Vermeidung von Ansteckungen! Bleiben Sie gesund!

Veranstaltungsdaten:
16.03.2020 - 19.04.2020