Das Kunstfestival artspring und sein Filmfestival artspringnale gehen 2020 neue, digitale Wege. Foto: artspring - making off online 2020, Atelier Turtle Lab, Interview: Jeremiah Day, © und Foto: Ralph Bergel

artspringnale 2020 – Das Online-Filmfestival

Das experimentelle Kurzfilmfestival vom 15. Mai bis 5. Juni

Das experimentelle Kurzfilmfestival artspringnale des Kunstfestivals artspring – ursprünglich im Lichtblick-Kino geplant – geht dieses Jahr online. Vom 15. Mai bis 5. Juni immer am Freitagabend um 18 Uhr lädt Sie das Festival von zu Hause ins Kino ein: Dann beginnt ein neues Screening der artspringnale. Die Filme laufen unter artspring.berlin nach dem Starttermin immer eine Woche lang.

Freitag, 15. Mai  |  18 Uhr

Moschee DE
Der reinszenierte Dokumentarfilm »Moschee DE« zitiert auf Basis von selbst durchgeführten Interviews zahlreiche Protagonist*innen eines Moscheebaukonfikts in Berlin­-Heinersdorf. Die fünf daraus entwickelten Charaktere bieten Wort für Wort einen unverfälschten und tiefen Einblick in die Gemütslage eines Landes, in dem der Islam Teil des Alltags wird. (Kundschafter Filmproduktion, 2016)
2016 // 61 min. // deutsch mit engl. Untertiteln
Regie: Mina Salehpour & Michal Honnens

Freitag, 22. Mai  |  18 Uhr

Fiction & Futures #1
In »Fictions and Futures #1« führt uns Gloria, die Stimme der gleichnamigen Brokerfirma, in die Sprache und Logik der Finanzwelt ein. Aus ihrem und dem Munde ihrer handverlesenen Gäste erfahren wir, mit welchen Narrativen die Märkte befeuert werden, warum die Verknappung der Rohstoffe ein Grund zur Freude ist und wie aus einer angekündigten Katastrophe ein Hebel zur Durchsetzung von Interessen wird.
2014 // 30:06 min. // englisch
Regie: cinéma copains, Arne Hector und  Minze Tummescheit

Freitag, 29. Mai  |  18 Uhr

Generally Not #14
»Generally Not #14« spielt auf experimentelle Art und Weise mit Räumen und deren Wahrnehmungen. Zwei Szenerien verschmelzen dabei miteinander oder lassen das Auge zwischen der einen und der anderen hin und her wechseln. Wie alle Filme der »Generally Not« – Serie hat auch dieser Film keine Narration, sondern verlässt sich auf die Assoziationen, die Bild und Ton beim Betrachter hervorrufen.
2020 // 11:50 min. // ohne Sprache
Regie: Julian van Grey

Mit Angst kommt Mut
Der Film setzt sich künstlerisch mit den Geschehnissen vom August 1992 in Rostock­-Lichtenhagen auseinander, als bei rassistisch motivierten Übergriffen über 100 Vietnames*innen im »Sonnenblumenhaus« sich selbst überlassen wurden. Er nimmt Bezug auf die heutige Situation von Geflüchteten, die in Unterkünften wieder rassistischen Angriffen ausgesetzt sind.
2019 // 5:21 min. // deutsch, vietnamesisch und farsi mit deutschen Untertiteln, eine Produktion von WAS GEHT?! Magazin – Kunst & Kultur, Politik & Gesellschaft
Regie: Hani Schehel

Whose Hand Was It?
Nach einem Bombenattentat führt eine herrenlose Hand in die Abgründe von Politik und Verfassungsschutz. Ein Clip, der fragt, wo die Wurzeln der unverschämten Erinnerungslücken von Verfassungsschützern und der Vernichtung von Akten im Verlauf der NSU­-Untersuchungen zu suchen sind. Die Kontinuität der Blickrichtung und die Parallelität der Pannen: 1980 und heute. Eine Hand verschwindet, viele Hände bleiben unsichtbar. »Es gilt der Grundsatz: Kenntnis nur, wenn nötig«. Dieser Geheimdienst­-Maxime wird radikal, schwarzweiß und handgemacht widersprochen.
2018 // 3:15 min. // deutsch mit  engl. Untertiteln
Regie: Arne Hector, Sara Lehn und Minze Tummescheit

Generally Not #10
»Generally Not #10« ist ein experimentelles Video, das mit Ängsten und Ahnungen spielt ohne dabei konkret zu werden. Der dafür erstellte Sound gibt dem Film eine beklemmende, unheilvolle Atmosphäre.
2018 // 5:30 min. // ohne Sprache
Regie: Julian van Grey

o. T.
Eine Synthese von Bildproduktionen unterschiedlichster Herkunft und Beschaffenheit. Bilder und Objekte, die dem öffentlichen Leben, der Privatsphäre Fremder und der eigenen Biografie entnommen sind, erfahren eine ständige Umdeutung. Absurditäten und Skuriles, Gewöhnliches und Alltägliches als virtuelle Bildartefakte vereint.
2019 // 5:53 min. // ohne Sprache
Lisa Marie Auer

remorymy
Die Performance »remorymy« basiert auf einer Recherche über Erinnerung. Sie ist eine Annäherung an die Vielfältigkeit von Strukturen, Funktionen und Dynamiken von Erinnerungen. Es geht dabei nicht um den Inhalt von persönlichen Erinnerungen, sondern um den Prozess mit diesen zu arbeiten: als Material, das wir beobachten.
2019 // 5:02 min. // englisch
(i | n | t | o  dancecompany)
Regie: Leonie Naomi Baur & Jana Vos

Larva in trouble / Von welchem Problem glaubt Du, dass Du es nicht hast?
Eine Pelzkäferlarve hat sich gehäutet. Mit einem Gedicht von Astrid Endruweit.
Musik: Larry Steinbachek
2010 // 3:33 min. // englisch
Regie / Stimme: Astrid Endruweit

Nahrungskette / food chain
Idee, Figuren und Animation sind in einem Sommer­-Familien­-Workshop entstanden, die Vertonung in einem gemeinsamen Workshop mit dem Klangkünstler Stefan Roigk. Die Großen fressen die Kleinen, so ist das!
2020 // 3 min. // deutsch
Regie: Matthias Daenschel

Freitag, 5. Juni  |  18 Uhr

Magnetic North
»Magnetic North« music video, from the mix CD »Radio Rothko« (Agriculture Records) by Scott Montieth, a.k.a Deadbeat. Shot in the coal mine area in Cottbus, Germany and Montieth’s studio, the video is processed through severalcompression formats, resulting in an uncontrolled algorithmic abstraction as a final output.
2009 // 3:29 min. // ohne Sprache
Regie: Michelle­-Marie Letelier in collaboration with Deadbeat

Phönix aus dem Betonwerk  
Ein altes Betonwerk, wunderschön am Oder-Kanal gelegen, wird von einem Berliner Visionär gekauft, der es in einen Kulturpark transformieren will. Während auf das Gelände schon internationale Künstler*innen einziehen, Kunstinstallationen aus Betonteilen bauen und Festivals planen, arbeiten hinten noch die letzten Betonarbeiter*innen, die schon seit 30 Jahren dort sind und um ihre Arbeit bangen. Welten und Lebensentwürfe prallen aufeinander – Land und Stadt, Ost und West, exzentrische Künstler*innen und Brandenburger Arbeiter*innen.
2020 // 69 min. // deutsch
Regie: Silke Gänger

Programmänderungen möglich.


Weitere Informationen finden Sie hier.

Veranstaltungsdaten:
15.05.2020 - 05.06.2020
Ganztägig