© Vincenzo Laera

Anita Vulesicas Inszenierung von Moby Dick

Ein Frauenteam bezwingt den legendären Wal - ab 8.1. an der Volksbühne

Am Weihnachtstag legt die Pequod von der Insel Nantucket vor der amerikanischen Nordostküste ab. Drei Jahre verbringt die Besatzung des Walfängers auf dem Atlantik, darunter drei Steuermänner, die Harpuniere und der junge Ismael, den das Abenteuer ruft – drei Jahre, in denen sie der strengen Order von Kapitän Ahab ausgeliefert sind. Seit Moby Dick ihm einst ein Bein ausgerissen hat, ist Ahab auf seine Prothese aus Walknochen angewiesen. Ihn treibt seine Rache; er kennt kein anderes Ziel, als den weißen Pottwal zu jagen, zu töten.

„Alles, was uns am stärksten quält und in den Wahnsinn treibt; alles, was im Bodensatz des Lebens rührt; alle Wahrheit, die Arglist einschließt; alles, was die Sehnen zerreißt und das Hirn ver­härtet; all das kaum merklich Dämonische am Leben und Denken; alles Böse schien dem irrsinnigen Ahab in Moby Dick sichtbar verkörpert und leibhaftig angreif­bar.“ Gemeinsam begeben sie sich auf die Reise, eine Todesfahrt.

Herman Melville, selbst als Matrose auf Walfang gegangen, führt in den 135 Kapiteln seines 1851 erschienenen Romans den Leser an die Grenzen des Seins, dem Gehor­sam an Bord und der Willkür der Natur ausgesetzt. Zugleich handelt es sich dabei um ein Kompendium philosophischer, mythologischer, kunstgeschichtlicher und naturwissenschaftlicher Betrachtungen.

Die Schauspielerin und Regisseurin Anita Vulesica, zuletzt für ihre Inszenierung von Bonn Parks „Das Knurren der Milchstraße“ (Universität Mozarteum Salzburg) beim Schauspielschultreffen 2018 in Graz mit dem Ensemble-Preis und dem Preis der Studierenden ausgezeichnet, inszeniert „Moby Dick“ mit fünf Studentinnen der Hoch­schule für Schauspielkunst Ernst Busch. Als Frauenteam bezwingen sie den legendären Stoff, den Abenteuerroman als Inbegriff männlicher Machtausübung und stellen sich der Frage: Wofür steht der Wal? ­– als Topos einer tiefsitzenden Kränkung, Versehrtheit oder einer unstillbaren Sehnsucht?


Vorstellungen:
8. (Premiere), 10. und 11.1., 20 Uhr, 12.1., 18 Uhr,
11. und 13.-16.2., 20 Uhr,
18.-20.3., 22. und 23.3., 20 Uhr

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Veranstaltungsdaten:
08.01.2019 - 23.03.2019

Linienstraße 227
10178 Berlin [ Mitte ]

Telefon

  • Karten: (030) 24 06 57 77

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