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Es war der Theaterhit …

… der Saison 2010/11: Verrücktes Blut von Nurkan Erpulat und Jens Hillje am Kreuzberger Ballhaus Naunynstraße. 2011 wurde es zum Theatertreffen eingeladen und von der Zeitschrift ‘Theater heute’ zum Stück des Jahres gewählt. Unter der Leitung der neuen Intendantin Shermin Langhoff ist der ‘postmigrante Thriller’ ins Repertoire des Gorki-Theaters übernommen worden. Junge Männer mit Migrationshintergrund – meist muslimisch, bildungsfern, mit türkischen oder arabischen Wurzeln – versetzen die deutsche Gesellschaft im Kampf um die abendländische Zivilisation in Angst. Die einzige Hoffnung auf Rettung vor dem Untergang richtet sich nun auf die gute alte deutsche Schule – also auf: Bildung. Eine Lehrerin bekommt eines Tages eine einzigartige Chance. Sie versucht ihren disziplinlosen Schülern Schillers idealistische Vorstellungen vom Menschen nahezubringen – und stößt auf totales Desinteresse. Da fällt ihr eine Pistole in die Hände. Kurz zögert sie, dann nimmt sie ihre Schüler als Geiseln und zwingt sie mit vorgehaltener Waffe, auf die Schulbühne zu treten und zu spielen …

Rainer Werner Fassbinders berühmter Film Angst essen Seele auf über die Beziehung der über sechzigjährigen Emmi zu einem zwanzig Jahre jüngeren Marokkaner kam im Jahr 1974 ins Kino. Hakan Savas¸ Mican lässt das Paar in seiner Inszenierung (Premiere ist am 6. Juni) auf eine Reise gehen. Was wäre, wenn diese Reise vierzig Jahre dauern würde, in welchem Deutschland würden sie heute landen? Und wie sähe ihr Kampf um ihre Liebe heute aus?