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Hard Candy

Theater unterm Dach

Die Szene: Ein junges Mädchen, ein älterer Mann. Sie chatten, machen Witze. Er will sie sehen. Sie macht anzügliche Bemerkungen. Er geht darauf ein. Hard Candy, die Theateradaption des US-amerikanischen Kino-Psychothrillers, bringt den Zuschauer gleich zu Beginn in Bedrängnis. Das Stück behandelt hochaktuelle gesellschaftliche Themen wie den Umgang mit digitaler Kommunikation, Missbrauch und dem Vorwurf der Pädophilie. Vorgetäuschte Online-Profile und Scheinidentitäten ermöglichen den Kontakt mit sehr jungen Menschen. „Wer bin ich“ scheint die entscheidende Frage zu sein. Sie macht klar: Nichts ist, wie es scheint. Dass dies in „Hard Candy“ in mehr als einer Hinsicht zutrifft, wird spätestens klar, als der 38-jährige Jeff beim Rendezvous mit der 14-jährigen Hayley plötzlich in Ohnmacht fällt und die Geschichte ihre erste unerwartete Wendung nimmt.

Die Inszenierung im Theater Unterm Dach ist ein Erfolg, die Vorstellungen sind meist lange vorher ausgebucht. Das liegt neben der eindringlichen, hochaktuellen Thematik auch an der Hingabe und Überzeugung der Mitwirkenden für das Stück. Während in den meisten Fällen ein Regisseur sich seine Schauspieler sucht, wenn er ein neues Stück auf die Bühne bringen will, zeigt Schauspielerin Sarah Alles im Fall von Hard Candy, dass es auch andersherum geht. Zusammen mit ihrem Schauspiel-Kollegen Christian Intorp hat sie die Theateradaption des US-amerikanischen Psychothrillers Hard Candy von Brian Nelson initiiert, ein Film, der ihr sehr am Herzen liegt: „Als ich Hard Candy zum ersten Mal gesehen habe, hat mich der Film lange beschäftigt und nicht mehr losgelassen. So lange, dass ich beschlossen habe, dass der Stoff auf die Bühne muss. Sein kammerspielartiger Aufbau, die zahlreichen verschiedenen Ebenen und überraschenden Wendungen machen ihn einzigartig und versprechen jede Menge Spannung und Unterhaltung. Mit nur zwei Protagonisten wird nicht nur ein Krimi, sondern auch eine möglicherweise beginnende Liebesgeschichte und vor allem ein Drama erzählt.“

Kurzerhand erarbeitete Sarah Alles auf der Vorlage des Films ein Theaterstück, machte sich auf die Suche nach einem geeigneten Regisseur und fand in Jens Schmidl den perfekten Kandidaten. Aus eigener Initiative und ohne Budget und Gage begannen die drei mit den Proben. Sarah Alles erwarb parallel dazu die deutschsprachigen Aufführungsrechte. Die ersten, restlos ausverkauften Voraufführungen in den Weddinger Uferhallen gaben Sarah Alles Recht und ebneten den Weg zu größeren Bühnen. Seit Juli diesen Jahres läuft Hard Candy nun im renommierten Theater unterm Dach, das zum Sprungbrett für aufstrebende Künstler geworden ist.

Aufführung in Anwesenheit des Drehbuchautors

Dass Sarah Alles mit ihrem Stück Wellen schlägt, die bis über den großen Teich zu ihrem Idol Brian Nelson reichen, hätte sie nicht für möglich gehalten. Doch ihr Mut wird belohnt: „Die Möglichkeiten, die in der deutschen Theateradaption von Hard Candy stecken, sind verlockend. Ich bin sehr gespannt auf die Umsetzung von Sarah Alles und beeindruckt, wie viel persönliches Engagement sie dafür aufgebracht hat, das Stück von der Leinwand auf die Bühne zu bringen“, so der Filmemacher, der am 21. November eigens nach Berlin kommt, um sich das Stück anzusehen.

Tickets unter: Tel. (030) 902 95 38 17, weitere Infos gibts hier.

Veranstaltungsdaten:
21.11.2015 - 22.11.2015
20:00

Danziger Straße 101 / Haus 103
10405 Berlin [ Prenzlauer Berg ]

Telefon

  • 030 9 02 95 38 17

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